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Das Gefühl von Freiheit eint über 100 Trucker beim Treff

21.09.2008 | 15:55 Uhr

Schameder. (wp) Schlichter Schick oder bunte Dekoration soweit das Auge reicht: In den Fahrerkabinen beim Trucker- und Familientreff in Schameder herrschten zwei Extreme - wie bei Elena Kurzeknabe und Werner Mielke. ...

... Einig sind sich beide aber in dem wichtigsten Punkt: "Das Beste ist das Gefühl von Freiheit."

Das leben sie aber ganz unterschiedlich aus: Elena Kurzeknabe ist eigentlich Speditionskauffrau bei Achenbach in Arfeld - aber sie träumt schon seit ihrer Kindheit davon, mit ihrem eigenen Lkw durch die Lande zu fahren.

Mit einem Truck der Spedition ist sie im Konvoi bis nach Erndtebrück unterwegs und erregt wie die auffälligsten Trucks Aufsehen. "Ich werde schon angeschaut", bemerkt die 20-Jährige, die nur durch einen besonderen Antrag schon Lkw fahren darf und gelegentlich in der Spedition aushilft. Schließlich sei die Truckerwelt immernoch eine Männerwelt - auch bei dem Treff saßen nur höchst selten Fahrerinnen am Steuer. Trotz der typischen Sprüche, die manchmal kommen: "Als Frau habe ich auch einige Vorteile", sagt Elena Kurzeknabe schmunzelnd.

Ihr eigener Lkw sollte definitiv "schlicht und schick" sein - so wie ihr Traum, ein Mercedes Benz "Black Edition", der sogar an diesem Tag im Konvoi mitfährt.

Umgekehrt ist es bei Werner Mielke: Sein knallroter Truck fällt schon von weitem auf, aber erst bei genauerem Hinsehen entfaltet sich die volle Pracht: Die Fahrerkabine ist über und über mit Traumfängern behängt, eine Madonnen-Statue aus Italien steht "als Schutzengel" in der Mitte des Armaturenbretts und die roten Vorhänge rumherum haben sogar weiße Bordüren.

"Ich lebe noch das Country-Leben", erklärt der 42-Jährige, der extra vom Heimweg aus München einen Zwischenstopp in Schameder eingelegt hat. Denn in seiner 205 Quadratmeter-Wohung sei er nur vier oder fünf Mal im Jahr - die restliche Zeit wohnt Mielke in seinem mit Fähnchen, Wimpeln und zahlreichen Namenschildern dekorierten Zuhause auf Rädern.

An den unterschiedlichen Truckversionen erfreuten sich am Samstag rund 4 000 Besucher. Dank des Flugsportvereins Schameder-Wittgenstein, der den Platz zur Verfügung stellte und auch zahlreiche Flüge anbot, konnte der Treff stattfinden, mit dem die Organisatoren vom Autohaus Müller und der Feuerwehrkameradschaft Schameder "höchst zufrieden" waren. Neben dem Programm für die Kinder und dem Auftritt der Prairie-Dancers aus Wolzhausen trug auch die passende Musik zum Erfolg des Trucker- und Familientreffs bei.

Die Klänge, wenn sie nicht schon aus so manchem Lautsprecher der Trucks ertönten, gab es ab nachmittags im Hangar. Die Band "Miss Behavin" begeisterte das langsam anwachsende Publikum im Festzelt mit Songs von Johnny Cash oder dem Klassiker "Sweet Home Alabama". Danach heizte die Formation "Hörgerät" ordentlich die Stimmung an für eine Country-Musik-Legende: Die Cowboys der Nation von "Truck Stop" brachten mit ihrem unverwechselbaren Sound, den ehrlichen Texten und einer guten Prise Humor den proppenvollen Hangar zum Kochen. Dort feierten Trucker und Fans noch bis in die Nacht hinein.

Von Katja Gohsmann

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