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Osterdorfmarkt

„Darauf können wir wirklich stolz sein”

15.03.2010 | 19:00 Uhr

Niederlaasphe. Wer in mittelalterlichen Zeiten der Herzallerliebsten seine besondere Wertschätzung zeigen wollte, bediente sich nicht selten des Dichters Pierre de Ronsard. „Ich schenke dir, mit einem Ei, die ganze Welt” versprach der galante Franzose in einem seiner Sonette.

Dass man dem Osterei noch vor wenigen Jahrzehnten eine große Symbolkraft zuwies, war auf dem Niederlaasper Osterdorfmarkt in der Turnhalle zu erfahren.

Zum 17. Mal richtete der Verein für Kultur- und Heimatpflege die traditionelle Veranstaltung aus, die über das Lahndorf hinaus großen Zuspruch erfährt. Obwohl die kühlen Temperaturen nicht unbedingt frühlingshafte Gefühle weckten, holten sich an beiden Veranstaltungstagen viele Besucher Anregungen rund um Dekoration, Blumen, Ostereier und weitere jahreszeitliche Angebote.

Eier fürs Liebesleben

Unter den Anbietern auch in diesem Jahr Margot Friebertshäuser. Während in heimischen Breiten das gemeine Hühnerei in der Regel eher der Sparte „Lebensmittel” zuzuordnen ist, vertrauten die hessischen Nachbarn lange Zeit auch auf dessen besondere Wirkung in Liebesdingen, erzählt die aus Friedensdorf kommende Ostereiermalerin. Früher trafen sich dort in den Fastenmonaten die jungen Maiden des Dorfes, um Eier kunstvoll zu bemalen. Die ledigen Mannsbilder zogen dann - durch manch kleines Schnäpschen ermutigt - in der Nacht zum Ostermontag los, um bei der Auserwählten zu „lettern”. Öffnete sich das Fenster, hatte die Werbung Erfolg gehabt. Überreichte die holde Jungfrau ihrem Verehrer gar zwölf bemalte und beschriftete Eier in einem mit dessen Initialen bestickten Schnupftuch, so kam dies einem Heiratsversprechen gleich.

Am Stand gegenüber waren bei Peter Roth von der AWO-Werkstatt Wittgenstein nicht nur selbstgefertigte Wohn- und Nisthilfen zu bestaunen, sondern auch Informationen zur Fertigstellung und zum Einsatz der Kästen zu erhalten. Zum ersten Mal auf dem Osterdorfmarkt vertreten war das Feudinger Förderzentrum für Integration, Ergotherapie und Sozialtherapie des Sozialwerks St. Georg mit formschönen Holzsägearbeiten.

Kleine Kostbarkeiten

Ansprechend auch die Handarbeiten an den Tischen anderer Aussteller, deren Produktpalette von kleinen Kostbarkeiten in der Hardanger Sticktechnik, Drechselarbeiten aus Olivenholz, gelungenen Gestecken der Osterfloristik bis hin zu salzglasierten Tonwaren und selbstgemalten Bildern reichte.

Besonderen Zuspruch fanden auch die Naturprodukte der heimischen Imker. Im Eingangsbereich der Turnhalle boten die Niederlaaspher Backhausfrauen leckere Brote aus eigener Herstellung und Hausmacherwurst an. Auf dem Außengelände war die Fa. Opel-Müller aus Biedenkopf mit den neuen Fahrzeugmodellen 2009/10 vertreten.

Leibliches Wohl

Abgerundet wurde der Markt durch den Verkauf von selbstgebackenen Kuchen und Torten, die von den Sängerinnen des Frauenchores und weiteren Dorfbewohnerinnen gespendet wurden.

Der Erlös der zweitägigen Veranstaltung wird in Anschaffungen oder Verschönerungsmaßnahmen des Dorfbildes investiert. So geht in diesem Jahr ein Teil in die Wartung der Dorfrufanlage, der größere Rest wird zur Aufwertung der Anlage Hauptstraße/Birkenstraße eingesetzt, wo neben einer neuen Bepflanzung 1,20 m hohe Hüttenmänner auf einem Natursteinsockel als Wahrzeichen der Lahngemeinde angebracht werden sollen.

Für Christoph Limper, 1. Vorsitzender des Vereins für Kultur- und Heimatpflege, ist gerade der Osterdorfmarkt ein Beweis für das funktionierende Miteinander in Niederlaasphe: „Von der Burschenschaft über den Frauenchor bis hin zum Turnverein packen bei dieser Gemeinschaftsveranstaltung alle mit an. Darauf können wir wirklich stolz sein.”

Wolfgang Thiel

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