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Cornelius Kreutz ist nun auf Liebessuche

08.10.2008 | 18:41 Uhr

Bad Berleburg. (ks) Er ist wieder da: Cornelius Kreutz, der Workaholic, den es aus der Bahn schmiss, der ganz unten lag, kurz vor dem Selbstmord stand und nun von vorne anfängt. Jetzt entdeckt er die Liebe. ...

Rainer Daus stellte bei einem Besuch in der Redaktion den dritten Band seiner Trilogie vor. Daus beschreibt den Zusammenbruch eines Lehrers und dessen Versuch eines Neustarts. WP-Foto: Katrin Schmidt

... Cornelius Kreutz ist die Romanfigur von Rainer Daus, der nun sein neues Buch vorstellte.

"Das Jesuskind" schließt an die vorherigen Romane "Der Studienrat" und "Die Seelenkrüppel" an. Ganz bewusst wollte Rainer Daus im ersten Band seine Figur am Boden sehen. "Es musste ein Bewußtseinsprozess stattfinden. Kreutz musste ganz unten anfangen und sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens machen", so Daus.

In dieser nun fertigen Trilogie beschreibt Daus den Wandel des ehemaligen Workaholics, der immer zu funktionieren hatte und plötzlich nicht mehr funktionierte. Liebe gibt es für den Romanhelden Kreutz nur noch in Form von Sex, meistens bezahlten Sex. So beginnt auch sein neuer Roman. Kreutz kommt von einem Schäferstündchen bei der jungen Studentin Tanya, "die es einem Mann machte für Geld". Auf seiner Rückfahrt entdeckt Kreutz am Straßenrand eine Krippe samt Figuren, doch dem Jesuskind war der linke Fuß abgebrochen. Doch der Lehrer nimmt die Figuren mit und reinigt sie sogar. Nicht ohne Grund ist die Jesusfigur kaputt. "Die Figur ist kaputt so wie es die Figur im Roman ist, also Kreutz. Er kümmert sich nun um die kaputte Figur und möchte sie reparieren", erklärt Daus.

Repariert werden soll auch die Romanfigur Kreutz. Er stellt fest, dass ihm etwas fehlt, und zwar Liebe. Und so begleitet der Leser Cornelius Kreutz auf seine Reise über die Weihnachtstage, wo ihn einige Situationen erwarten, die ihm die verschiedenen Formen von Liebe klar machen. Nächstenliebe, jemandem helfen, jemanden vermissen. Ob er am Ende die Liebe findet, das lässt Rainer Daus im Gespräch mit der WESTFALENPOST offen.

Rainer Daus, der aus Wittgenstein kommt, ist seit Beginn des Jahres wieder zurück in seiner Heimat. Er unterrichtet am Johannes-Althusius-Gymnasium in Bad Berleburg die Fächer Deutsch und Geschichte. Auch seine Schüler lesen die Romane. "Aber nur die über 16, für die anderen ist das noch nichts", so Daus. Die finden es gut, dass ihr Lehrer Bücher schreibt und mögen seinen Stil. Ansonsten möchte Daus sich nicht auf ein Leserklientel festlegen. "Ich schreibe für jedermann".

Daus hat seinen eigenen Stil. Dynamische, kurze und derbe Sätze, er verzichtet auf Schnickschnack und lässt viel Raum für Interpretation. Seine Vorbilder sind Max Frisch, Martin Walser, Franz Kafka und Charles Bukowski. Ein weiteres Buch zu schreiben kann Daus sich vorstellen, "aber nicht vor 2011".

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