Clowns bringen Fröhlichkeit ins Seniorenheim

Schirmherr Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (Mitte) weiß „Humor hilft heilen“ und bekommt von Waltraud Schäfer, Gabriele Rahrbach-Reinhold, Thomas Dörr und Edith Aderhold (v. l.) Bestätigung.
Schirmherr Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (Mitte) weiß „Humor hilft heilen“ und bekommt von Waltraud Schäfer, Gabriele Rahrbach-Reinhold, Thomas Dörr und Edith Aderhold (v. l.) Bestätigung.
Foto: Christiane Sandkuhl
Was wir bereits wissen
Wie, das zeigt derzeit eine Foto-Ausstellung im Bad Berleburger Café Wahl. Schirmherr des Gesamtprojekts „Beziehungspflege mit Humor“ ist Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein.

Bad Berleburg..  „Beziehungspflege mit Humor“ ist ein Projekt, das im Frühjahr 2014 ins Leben gerufen wurde und NRW-weit in allen Bereichen der Altenpflege auf größte Zustimmung gestoßen ist. Wer sich ganz besonders in den Heimen – in Wittgenstein das Altenheim am Sähling – für die Fröhlichkeit bei den Heimbewohnern einsetzt, das zeigt jetzt eine Foto-Dokumentation, die bis einschließlich 26. Februar in den Gasträumen des Café Wahl an der Berleburger Poststraße zu erleben ist. Der Einladung zur Vernissage am Wochenende sind die Menschen in großer Zahl gefolgt – und füllten das Café bis an den Rand.

Thomas Dörr, Geschäftsführer des evangelischen Johanneswerkes vor Ort, schätzte sich über das große Interesse überaus glücklich, bedauert jedoch, dass die eigentlichen Hauptakteure des Projektes in Berleburg – die beiden Clowns Susanne und Andreas Bentrup vom Herforder Verein „Clownskontakt“ – aus Witterungsgründen nicht an der Vernissage teilnehmen konnten. In Bad Berleburg hat sich der sehr guten Sache übrigens Gustav Prinz zu Sayn Wittgenstein mit Liebe und Begeisterung angenommen – und auf Anfrage sofort die Schirmherrschaft über das Projekt rund um Lachen, Freude und Witz übernommen.

Beeindruckende Schnappschüsse

Für die Foto-Ausstellung sind dem Bielefelder Fotografen Veit Mette beeindruckende Schnappschüsse in Heimen gelungen, emotional überwältigend. Sie geben in bunter fröhlicher Vielfalt ein Wohlgefühl der Heimbewohner wieder.

Für den musikalischen Rahmen bei der Vernissage sorgten mit ihren Saxophonen Clemens Binder und Claudia Mersmann mit „Sailing“ im Original von Rod Stewart und „Lemon Tree“ von „Fool’s Garden“.

Die stellvertretende Siegen-Wittgensteiner Landrätin Waltraud Schäfer ließ in ihren Begrüßungsworten keinen Zweifel daran, wie sinnvoll die Besuche der beiden Clowns „Klara“ und „Gustav“ in Wittgenstein sind. Die Ausstellung schildert mit aller Deutlichkeit, dass nicht allein die Bewohner, aber auch der gesamte Mitarbeiterstab in den Heimen vom Humor profitiert. „Lachen ist gesund und macht gesund, besonders die positive Wirkung auf Demenzpatienten steht im Vordergrund“, so Waltraud Schäfer.

Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein weiß: Einmal am Tag lachen ist die Essenz für den gesamten Tag. Empfehlenswert von seiner Seite ist, es ganz früh morgens zu tun. Das sieht er generell so für sich und sein Leben und möchte dies gern auf die Gesellschaft übertragen wissen. Sinnvoll für ihn ist, das Projekt endlos fortzuführen – und nicht, wie angedacht nach zwei Jahren zu beenden. Es zaubert Lebensqualität.

Sein Aufruf, das Projekt aus der breiten Masse der Gesellschaft zu finanzieren, soll kein Wunsch bleiben. Derzeit sind hier die finanziellen Mittel für zwei Jahre gesichert. Es basiert komplett auf Spendenbasis. Um darüber hinaus den Menschen in den Heimen Freude, Humor und Spaß zu spendieren mit richtigen Clowns, ist „Beziehungspflege mit Humor“ auf die Stütze der Bevölkerung angewiesen. Überzeugen können sich die Menschen von der fantasiereichen Tätigkeit von „Klara“ und „Gustav“ ja bei einer guten Tasse Kaffee im Café Wahl und der sehr zu Herzen gehenden Bildergalerie dort.

Verschlossene Menschen erreichen

Gabriele Rahrbach-Reinhold (Johanneswerk), die mit großem Eifer und ernsthafter Begeisterung die Bilder gehängt hat, weist auf die Flexibilität der Clowns hin – wie sie auf jedes Individuum eingehen, sich mit Achtsamkeit nähern und schließlich auch den verschlossensten Menschen erreichen. Humor macht das Leben leichter – das ist Fakt. Gaby Rahrbach weiß auch aus ihrer Tätigkeit und dem Kontakt mit den Clowns: Es ist für die beiden eine Berufung, eine Steigerung zum erlernten Beruf. Sehnsüchtig warten die Alten am Sähling schon jeden Monat auf ihre Clowns, die bereits zu echten Freunden geworden sind. Selbst das Mitarbeiterteam von Edith Ader­hold (Heimleitung) genießt die Leichtigkeit mit der sie den Menschen mit Humor begegnen. Es ist spürbar und sichtbar in den Fotos von Veit Mette. Bürgermeister Bernd Fuhrmann, ebenfalls Ehrengast, stimmt dem wohlwollend nickend zu.

Schlusswort und Versprechen des Schirmherrn: „In 14 Tagen komme ich in das Haus am Sähling und lerne die Clowns beim Besuch persönlich kennen und statte den Menschen im Heim meinen Besuch ab. Ich freue mich darauf.“