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Ohne Partei im Rücken

Christa Schmeltzer und Birgit Becker treten als unabhängige Kandidatinnen an

09.03.2009 | 20:00 Uhr

Bad Laasphe. (km) Christa Schmeltzer und Birgit Becker werden bei der bevorstehenden Kommunalwahl als unabhängige Kandidatinnen antreten. Bisher gehören beide Ratsfrauen noch der CDU-Fraktion an, sind jedoch von ihrer Partei nicht erneut nomiert worden.

„Diese Entscheidung hatte sich schon im Vorfeld abgezeichnet”, sagt Christa Schmeltzer der WESTFALENPOST. Beide Ratsfrauen waren in der Vergangenheit bei einigen wichtigen Abstimmungen nicht mit ihrer Fraktion konform gegangen und hatten dafür intern Kritik geerntet, die „mitunter alles andere als sachlich” gewesen sei. So vertraten sie beim Einzelhandelskonzept, beim Baugebiet Galgenberg/Bachweg und nicht zuletzt in Sachen Umgehungsstraße V 7 eine andere Position als die Mehrheit in der CDU.

Bislang sei es bei den Bad Laaspher Christdemokraten immer guter Brauch gewesen, dass diejenigen, die ihren Wahlkreis direkt geholt hatten, Vorrang hatten, wenn es um die Aufstellung der Kandidaten ging, erläutert Christa Schmeltzer. Doch von diesem Verfahren sei man diesmal abgewichen. „Schon der Ortsverband hat uns eliminiert.”

Für die fünf Wahlkreise im Oberen Lahntal habe es diesmal sieben Bewerber gegeben, und ausgerechnet die beiden Frauen wurden nicht aufgestellt. Für Christa Schmeltzer und Birgit Becker eine herbe Enttäuschung. Beide sind bereits seit 20 Jahren in der CDU aktiv. Christa Schmelzer ist seit 15 Jahren Ratsmitglied und Ortsvorsteherin in Saßmannshausen. Birgit Becker vertritt seit zehn Jahren den Wahlkreis Oberndorf im Rat.

„Die Nichtnominierung durch die CDU im oberen Lahntal wurde von vielen Bürgerinnen und Bürgern, Fraktionskollegen, Mitgliedern anderer Parteien und Mitarbeitern der Stadtverwaltung mit Unverständnis und Bedauern aufgenommen, Auch wenn unser politisches Engagement in unserer Fraktion nicht mehr gewürdigt wurde, haben uns gerade diese Gespräche Mut gemacht”, begründen die beiden Ratsfrauen ihren Entschluss zu einer parteilosen Kandidatur.

Nach wie vor sieht sich Christa Schmeltzer in vielen Themenbereichen der CDU verbunden, will sich jedoch gerade bei entscheidenden Weichenstellungen in der Kommunalpolitik eine eigene kritische Meinung nicht verbieten lassen. Nicht die gesamte Fraktion, sondern in erster Linie den Fraktionsvorstand macht sie dafür verantwortlich, dass eine solche Haltung offenbar unerwünscht sei.

Bis zum Ende der Legislaturperiode wollen die beiden Ratsfrauen ihre politische Arbeit „gewissenhaft, nur dem Bürger verpflichtet” fortsetzen, vorerst weiterhin in der CDU-Fraktion - „wenn man uns noch will”. Um im Sommer als parteilose Kandidatinnen antreten zu können, müssen sie lediglich fünf Unterschriften vorweisen, die dieses Vorhaben unterstützen. Während Christa Schmeltzer auf jeden Fall in ihrem bisherigen Wahlkreis Saßmannshausen/ Bermershausen/Holzhausen /Feudingerhütte antreten wird, überlegt Birgit Becker noch, ober sie wieder für Oberndorf kandidiert oder an ihrem Wohnort in Feudingen.

Um als künftige Fraktionslose die Arbeit besser bewältigen zu können, wollen sich die beiden Frauen im Falle einer erfolgreich verlaufenden Wahl mit Martin Achatzi zusammentun, der ebenfalls als parteiloser Bewerber antritt.

Wie stehen die Chancen? „Das ist schwer zu sagen, weil ich es in meinem Wahlkreis mit einem SPD-Kandidaten zu tun habe, gegen den ich bisher noch nicht angetreten bin”, erklärt Christa Schmeltzer, die auch auf sich allein gestellt gezielt Wahlkampf betreiben will. Ihr CDU-Gegenkandidat, so merkt sie an, werde auf jeden Fall über einen sicheren Listenplatz in den Rat einziehen. Den habe sie selbst nie gehabt. Und auch jetzt gibt es für die unabhängigen Kandidatinnen nur zwei Optionen: „Hopp oder Topp!”

Von Karin Masannek

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