Chemie-Unfall in Banfe - Keine akute Gefährdung

Aus einem Leck geschlagenen Behälter war im Metallverarbeitenden Betriebe WKW in Banfe Salpetersäure ausgetreten und hatte eine Giftgaswolke gebildet.
Aus einem Leck geschlagenen Behälter war im Metallverarbeitenden Betriebe WKW in Banfe Salpetersäure ausgetreten und hatte eine Giftgaswolke gebildet.
Foto: Christoph Vetter
Was wir bereits wissen
Der Chemie-Unfall beim Banfer Unternehmen WKW ist glimpflich ausgegangen. Das war auch ein Verdienst der Feuerwehr im Kreis Siegen-Wittgenstein.

Banfe.. Dem hohen Leistungsstand und einem perfekten Einsatz der heimischen Feuerwehrkameraden ist es wohl zu verdanken, dass der Chemie-Unfall beim Banfer Unternehmen WKW ohne nennenswerte Schäden ausgegangen ist. Menschen wurden nicht verletzt, nachdem aus einem Leck geschlagenen 1000-Liter-Tank Salpetersäure ausgetreten war und eine gelb-rote Giftgaswolke gebildet hatte.

Wie es zu dem Unfall gekommen ist, schilderte WKW-Werkleiter Michael Irle vor Ort, nachdem er von seinen Mitarbeitern informiert worden war. Demnach wurde der Säurebehälter aus Kunststoff am Samstagmorgen gegen 8.15 Uhr im Chemielager transportiert. Dabei sei der mit 50-prozentiger Salpetersäure gefüllte Tank an eine „spitze Kante gestoßen“ und beschädigt worden. „Etwa 400 bis 500 Liter sind ausgetreten, und es kam zu einer chemischen Reaktion in Form einer gelb-rötlichen Wolke“, so Irle.

Höchste Alarmstufe ABC 3

Diese Reaktion habe „etwa fünf Minuten gedauert“. Die Wolke verflüchtigte sich nach draußen. Und auch die an diesem Morgen rund 100 anwesenden Mitarbeiter waren inzwischen unversehrt am „Meetingpoint“ eingetroffen.

Innerhalb kürzester Zeit stellte die Feuerwehr ein Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort. „Immerhin war von der Leitstelle mit ABC 3 die im Kreis Siegen-Wittgenstein höchste Alarmstufe ausgegeben worden,“ erläuterte Einsatzleiter Dirk Höbener, Wehrleiter der Bad Laaspher Feuerwehr. Nach seinen Angaben gehen die Kameraden bei ausgetretenen Gefahrstoffen „nach einem bestimmten Konzept“ vor. Umfangreiche Luft-Messungen in den umliegenden Wohngebieten gehören dazu. Was dann durch rund 100 Feuerwehrleute und die Besatzungen von zwei Polizeistreifen in die Wege geleitet wurde, passierte „aus reiner Vorsicht“.

Durchsagen per Lautsprecher

Eine akute Gefahr habe nicht bestanden, so Dirk Höbener. Dennoch rief die Polizei per Lautsprecher die Bevölkerung dazu auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. In unmittelbarer Nähe des Firmengebäudes an der Straße „Zum Alertsberg“ gelang es der Feuerwehr, die ohnehin fast aufgelöste Gaswolke mit einem Wassernebel – von der Leiter sowie vom Boden aus – aufzulösen. Kameraden in speziellen Schutzanzügen füllten dann die Salpetersäure im Chemielager in andere Behälter, um anschließend die von den Erndtebrücker Kameraden aufgebaute Dekontaminierung zu durchlaufen.

Die vom Katastrophenschutz-Zug der Berufsfeuerwehr Siegen durchgeführten Messungen ergaben keine Gefährdung in der Luft mehr. Banfe konnte wieder aufatmen. Die Kriminalpolizei hat ihre Ermittlungen bereits am Samstag aufgenommen und will sie am heutigen Montag fortsetzen.