Brennende Motoren erstmals auch am Abend

Jubel bei den Zuschauern: Der „Red Witti“ ist im Ziel – nach einem „Full Pull“ über 100 Meter!
Jubel bei den Zuschauern: Der „Red Witti“ ist im Ziel – nach einem „Full Pull“ über 100 Meter!
Foto: Peter Kehrle
Was wir bereits wissen
Berghausen: „Nightpulling“ bereichert das Riesenspektakel um starke Traktoren. Und die Besucher jubeln – darunter auch ein kompletter Junggesellen-Abschied aus dem Rheinland.

Berghausen..  „Schöner hätte ich mir den Tag nicht vorstellen können!“ So freut sich Markus Klein und meint damit seinen JunggesellenAbschied, den er beim Traktorpulling in Berghausen feiert. Im Dirndl steht der junge Mann auf der Tribüne und tanzt zu Marius Müller-Westernhagens Song „Sexy“, der eigens für ihn gespielt wird. Doch er ist nicht der einzige, der am Wochenende den dampfenden Motoren der Traktoren zuschaut. Etwa 2500 Besucher waren allein am Samstag angereist, um den rund 180 Startern aus Wittgenstein, Hessen und den angrenzenden Kreisen zuzusehen.

Am Samstag stand zuerst der Auftakt der Deutschen Meisterschaft im Gardenpulling auf dem Programm. In sieben Bauernklassen von 3,5 bis 8,5 Tonnen gaben die Bauern mit ihren landwirtschaftlichen Geräten ihr Bestes. Nach jeder Klasse gab es eine kurze Siegerehrung – und zwischendurch immer mal wieder Showläufe von Maschinen der Sportklasse oder der freien Klasse, die unter den Zuschauern für Begeisterung sorgten.

Stimmung mit Schlepper „Dandy“

Auch ein „Mercedes-Benz“-Truck steht auf dem Gelände, mit dem Besucher ein Ründchen drehen können. Das lässt sich Markus Klein, von seinen Freunden „Schnautz“ genannt, natürlich nicht entgehen. „Es hat riesigen Spaß gemacht!“, freut sich der Noch-Jungeselle aus Hennef/Sieg. „Besonders natürlich, weil ich einen persönlichen Bezug zu Traktoren habe.“ Denn zu einem von Kleins größten Hobbys zählt sein Deutz, Baujahr 1956, mit dem er zuhause seine Runden dreht.

Abends dann ein besonderes Highlight: Erstmals läuft das „Nightpulling“, bei dem die Schlepper bis in die Dämmerung hinein zogen. In der Dunkelheit sind die glühenden Auspuffrohre und brennenden Motoren besonders beeindruckend. Und im Anschluss sorgt der Showpull „Dandy“ für Stimmung, lässt die Besucher jubeln. DJ Dan aus Nordfriesland, der schon den ganzen Nachmittag das Traktorpulling moderiert hatte, heizt die Menge dann bei der Zeltparty mit Lasershow bis tief in die Nacht ordentlich ein.

Den ganzen Sonntag über war es dann besonders spannend: Neben dem Qualifikationslauf zur Deutschen Meisterschaft der Hobbysport-Klasse 4,5, 6 und 8 Tonnen stand auch die Deutsche Meisterschaft im Farmpulling in den Sportklassen 3,5, 4,5, 5,5 und 6,5 sowie 3,6 Tonnen Supersport an. Die Zuschauer klatschten aufgeregt und ließen es sich bei kühlen Erfrischungen gut gehen. Auch der Lauf zur Deutschen Meisterschaft im Tractorpulling 2,5 Tonnen der freien Klasse sorgte für staunende Gesichter, denn in der freien Klasse ist bei den Traktoren meist nichts mehr so, wie es ursprünglich mal war.

Junggesellen wollen wiederkommen

Die Teilnehmer hatten keine Kosten und Mühen gescheut, um ihren Schlepper mit anderen Motoren, Auspuffrohren oder sonstigem aufzupimpen. So auch beim Schlepper „Dandy“, der sonntags ebenfalls einen Showlauf zeigte.

Für die Organisatoren Dirk und Christian Schöneborn hätte dieses Wochenende nicht besser laufen können. Kaum zu glauben, dass die Idee zum Traktorpulling eine Idee an der Theke war. In den 70er Jahren gab es das Traktorpulling übrigens schon einmal – doch dann Jahrzehnte lang nicht mehr. Die beiden „Schöneborns“ organisierten das „Pulling“ nun schon zum dritten Mal. Aber: „Ohne unsere Helfer und Sponsoren wäre so eine Veranstaltung gar nicht auf die Beine zu stellen.“, bedankt sich Christian Schöneborn. In der Interessengemeinschaft Tractorpulling Berghausen waren es rund 40 Mitglieder, die tatkräftig mit anpackten. „Die Unterstützung kam aus dem ganzen Kreis, von befreundeten Vereinen, Nachbarn oder Bekannten. Insgesamt waren es bestimmt 100 Helfer“, schätzt Schöneborn.

Und die Arbeit hat sich auf jeden Fall gelohnt. „Wir kommen nächstes Jahr bestimmt wieder!“, ist sich Noch-Junggeselle Markus Klein sicher. „Dann aber verheiratet!“