Breite Resonanz in der Bevölkerung
31.01.2008 | 17:37 Uhr 2008-01-31T17:37:01+0100Bad Laasphe. (wo) Die Gegner der V7 formieren sich. Deutlich über 200 Bürgerinnen und Bürger folgten am Mittwochabend der Einladung zu einer Informationsveranstaltung und Gründung der Bürgerinitiative im Haus des Gastes.
"Bürgerinitiative für eine bessere und sinnvolle Ortsumgehung Bad Laasphe" heißt die derzeit neunköpfige Gruppe, die sich angesichts der Resonanz am Mittwoch einer breiten Unterstützung in der Bad Laaspher Bevölkerung sicher sein kann. "Unsere Freude ist riesengroß", sagte Nicole Wydra bei der Begrüßung.
"Wir wollen die Bürger umfassend und wahrheitsgemäß informieren", betonte Volker Schäfer, einer der Initiatoren der Bürgerinitiative. Viele Bad Laaspher würden noch nicht wissen, welche gravierenden Einschnitte mit der V7 auf sie zu kommen. "Und viele, die unmittelbar betroffen sind, wissen noch nichts von ihrem Glück." Neben dieser umfassenden Bürgerinformation will die Initiative Veränderungen im Planungskorridor erreichen. Auch eine Erweiterung des finanziellen Spielraumes für den Bau einer Ortsumgehung, die den Namen auch verdient, soll erreicht werden.
Erfolgsaussichten sieht die Bürgerinitiative über die politische Schiene, so Volker Schäfer. "Hier müssen wir Überzeugungsarbeit leisten, mit einer möglichst breiten Bürgerbewegung im Rücken." Im Blickpunkt steht dabei zunächst der von SPD-MdB Willi Brase vermittelte Besuch des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Achim Großmann, in Bad Laasphe.
Breiten Raum nahm in der Informationsveranstaltung eine Präsentation ein, in der Christian Hengst noch einmal die aus Sicht der Bürgerinitiative bestehenden Schwächen der V7-Planung erläuterte: Die Bereiche Fasanerie/Lindenstraße mit ihren negativen Auswirkungen auf die gesamte Umgebung, die "Trogsituation" im Bereich Gennernbach, die Beeinträchtigungen für die Buchwiesen-, Mühlen-, Damm- und Brückenstraße bis hin zudem riesigen Brückenbauwerk über die Lahnwiesen sowie die Anbidnung in Niederlaasphe.
Bezweifelt wurde, ob die V7 wirklich eine so große verkehrliche Entlastung für die Innenstadt bringen werde, wie von den Planungsbehörden behauptet. Weder für den Verkehr aus dem Raum Bad Berleburg noch aus dem Banfe- oder Lahntal sei die V7 attraktiv, weil Umwege gefahren werden müssten, um in die Kernstadt zu gelangen. Die Gafahr, dass viele dann gleich in Richtung Wallau oder Biedenkopf fahren, sei sehr groß, betonte Hengst.
Kritisch bewertet wurde auch die ungelöste Lärmschutzfrage: "Erst soll die Straße gebaut werden, dann komme der Lärmschutz." Dies bezeichnete Klaus-Peter Wolff, als "Taschenspielertrick": "Wenn die Straße da ist, werden viele um den Schallschutz kämpfen müssen." CDU-Ratsmitglied Claudia Hengst verwies auf die "entzückenden" Schallschutzwände entlang der Straße nach Biedenkopf. Derartiges sei auch in Bad Laasphe zu erwarten.
22:59
Eine wirklich gute Informationsveranstaltung haben die Initiatoren da auf die Beine gestellt. Oft kann man sich nur bildlich vorstellen wie es einen selbst betrifft, aber hier konnte sich jeder ein Bild von der ganzen Umgehung machen. Selbst von den direkt Betroffenen, ahnen noch nicht alle was auf sie zukommt. Scheut euch nicht zu fragen, die Initiatoren und alle Mitwirkende geben sicherlich gerne Auskunft.