Bosch-Brauerei sieht wegen Glyphosat keinen Grund zur Panik

Verschiedene Sorten Malz verwendet die Bosch-Brauerei für ihre Biere. Und diese Rohstoffe seien frei von Pestizid- und Herbizid-Rückständen, so der Braumeister. Das sei mit den Lieferanten vereinbart.
Verschiedene Sorten Malz verwendet die Bosch-Brauerei für ihre Biere. Und diese Rohstoffe seien frei von Pestizid- und Herbizid-Rückständen, so der Braumeister. Das sei mit den Lieferanten vereinbart.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Glyphosat im Bier entdeckt – doch die Messwerte seien unbedenklich, sagt der Braumeister der Bosch-Brauerei in Bad Laasphe.

Bad Laasphe.. Wie „rein“ ist das deutsche Bier wirklich? Das Umweltinstitut München hat die 14 meistgetrunkenen Biere Deutschlands auf Rückstände des am häufigsten genutzten Pestizids Glyphosat testen lassen, das die Weltgesundheitsorganisation als erbgutschädigend und wahrscheinlich krebserregend beim Menschen einstuft. Produkte der Bad Laaspher Bosch-Brauerei gehörten nicht dazu. Braumeister Dirk Höbener sieht im Interview mit unserer Zeitung jedoch keinen Grund zur Panik.Bier

Alle getesteten Biere enthielten Rückstände von Glyphosat, teilt das Umweltinstitut München aktuell mit. Könnte dies auch für Bier aus dem Hause Bosch zutreffen?

Dirk Höbener: Tatsächlich ist die Nachricht auch bei uns hier im Hause mächtig eingeschlagen. Und das trifft mit Sicherheit viele Brauereien. Glyphosat ist allerdings Hauptkomponente einiger Breitband-Herbizide, die flächendeckend zum Beispiel in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Das heißt, Glyphosat kann auch in vielen anderen Lebensmitteln stecken. Da hat sich das Umweltinstitut für seinen Test nun gerade das Bier herausgepickt. Und: Die Untersuchung ist absolut nicht repräsentativ, stützt sich ausschließlich auf Stichproben.

Das Umweltinstitut zum Test-Ergebnis: „Selbst der geringste gemessene Wert lag noch um das Fünffache über dem Grenzwert für Trinkwasser.“ An welchen Richtwerten orientiert sich die Bosch-Brauerei?

Höbener: Tatsächlich gibt es keine Obergrenze für diese Werte im Bier, auch nicht für die wichtigste Zutat Malz. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht übrigens keine Gefahr für die Gesundheit der Verbraucher und sagt: Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken. Also, da entstünde eine Belastung schon eher durch den Alkohol-Gehalt.

„Nun sind die Brauereien am Zug, ihre Produkte und Zutaten genau zu überprüfen“, fordert das Institut. Ist das Anlass für Ihre Brauerei, dies jetzt verstärkt zu tun?

Höbener: Da werden wir noch besprechen, wie wir künftig intern im Hause vorgehen – und die Situation mit Sorgfalt prüfen. Hast und Eile ist jetzt jedenfalls völlig fehl am Platz.

Pestizide

Das Umweltinstitut schließt Glyphosat aus dem streng kontrollierten Brauwasser für Biere aus, sieht die Probleme eher bei den Zutaten Hopfen, Weizen und Gerste, die beim Anbau mit dem Pestizid behandelt werden. Was können Brauereien tun, um Verbrauchern die zusätzliche Belastung zu ersparen?

Höbener: Wir als Brauerei bekommen von verschiedenen Lieferanten Malze, die von vornherein frei von Rückständen aus Herbiziden und Pestiziden sind. Da gibt es Verträge. Das gilt auch für Hopfen, den wir aber nicht in den Mengen wie das Malz verarbeiten. Beide Rohstoffe werden für uns in einem externen Labor auf Einhaltung der vereinbarten Qualitätskriterien überprüft. Mit den Lieferanten sind wir derzeit in Kontakt und fordern unter anderem aktuelle Unbedenklichkeitsbescheinigungen an.