Bohrpfähle sichern Bundesstraße

Auf der eigens mit Erdaushub angehobenen Baustraße kann der Bohrer arbeiten. So werden die Bohrpfähle zur Hangsicherung gebaut.
Auf der eigens mit Erdaushub angehobenen Baustraße kann der Bohrer arbeiten. So werden die Bohrpfähle zur Hangsicherung gebaut.
Foto: WP

Erndtebrück/Lützel..  Die Route 57 nimmt langsam Gestalt an. Wer über die Lützel nach Wittgenstein fahren will - oder umgekehrt - wird sich aber zunächst bis zum Ende des Jahres in Geduld üben müssen. So lange dürfte es noch dauern, bis der Engpass der Bundesstraße 62 an der Kronprinzeneiche beseitigt ist. Allerdings sei auch darüber hinaus noch mit Staus und Wartezeiten zu rechnen, erläuterte Eberhard Zimmerschied vom Landesbetrieb Straßen.NRW. Denn sobald die erste Engstelle beseitigt ist, wird sich der Landesbetrieb auch das nächste Teilstück der Passstraße ins Rothaargebirge bis nach Lützel vornehmen. Auch hier sollen Kurvenführungen entschärft und die Standfestigkeit der Straße in der Hanglage verbessert werden.

Investition von 2,3 Millionen Euro

Die Risse und das drohende Abrutschen der Fahrbahn waren auch der Grund, warum die Bundesstraße zwischen Kronprinzeneiche und Lützel erneuert werden muss. Um sie einer modernen Straßenführung und den gestiegenen Anforderungen an Lasten anpassen zu können, muss die Straße im aktuellen Baustellenbereich um etwa fünf Meter in den Berghang verschoben werden. Dazu wird der Hang mit Beton-Bohrpfählen, vergleichbar einer Palisade, gesichert. Die sind bis auf ein Teilstück von etwa 30 Metern inzwischen gesetzt, erläutert Zimmerschied. Eigens für das Setzen dieser Bohrpfähle wurde auch die mit Erde aufgeschüttete Baustraße an der Hangseite eingerichtet. Auf ihr fährt das Bohrgerät. Dieser Erdhügel wird nach Abschluss der Arbeiten auch wieder entfernt, denn dort läuft die Fahrbahn dann wieder auf gewohntem Niveau. Die „Palisade“ wird anschließend noch mit Steinkörben, sogenannten Gabionen, verkleidet. Die Kosten für allein diese Baustelle beziffert Zimmerschied mit 2,3 Millionen Euro.

Startschuss für Route 57

Die Baustelle ist im Grunde auch der Startschuss für die Arbeiten an der von Wittgenstein immer wieder geforderten Route 57. Derzeit laufen bereits die Planungen für das direkt im Anschluss folgende Teilstück nach Lützel. Allerdings wird die Straße dort wegen der Topographie nur zweispurig geführt. Die dringend geforderten Überholspuren folgen erst auf dem Teilstück zwischen Lützel und Erndtebrück. Hierfür sind aber Planfeststellungsverfahren notwendig, weil unter anderem auch der Bahnübergang bei Altenteich beseitigt werden muss. Die Bahn soll künftig kreuzungsfrei unter oder über die Straße geführt werden.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE