Biodiversitätsstrategie NRW – Eine tickende Zeitbombe für die Holzwirtschaft?

Siegen-Wittgenstein..  Die Waldbauern befürchten „katastrophale“ Einschnitte in die Bewirtschaftungsfreiheit des privaten Waldbesitzes, falls der Entwurf der NRW-Landesregierung zur Biodiversitätsstrategie in der jetzigen Form umgesetzt wird.

Kernpunkt der Kritik ist die Gefährdung der heimischen Holzwirtschaft durch Stilllegung von Waldflächen, übermäßige Ausweisung von Naturschutzgebieten und Anpflanzungsvorschriften, die nach Meinung der Waldbauern einen massiven Eingriff in ihre Eigentumsrechte als Privatwaldbesitzer bedeuten.

Aufruf zum Protest

Um die Problematik zu erläutern und den Widerstand zu organisieren lädt der Waldbauernverband NRW zu einer Landeskonferenz ein: Am Montag, 19. Januar, beginnt um 14 Uhr in der Stadthalle Werl die Veranstaltung zum Thema „Biodiversitätsstrategie NRW – Eine tickende Zeitbombe?“ Hans-Ulrich Kolb, Vorsitzender der Waldbauern im Kreis Siegen-Wittgenstein, ruft die Mitglieder auf, sich dringend an der Informations- und Protestveranstaltung zu beteiligen. Kolb: „Dieser Wegweiser für zukünftige Naturschutzgesetze und das Landesforstgesetz ebnet den Weg für immer weitere Eingriffe – er ist völlig überflüssig.“

Laut Waldbauernverband haben die erst jüngst veröffentlichten Daten der Bundeswaldinventur eindrucksvoll bestätigt, dass in der Forstwirtschaft in den seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in Deutschland die Artenvielfalt und die Naturnähe verglichen mit allen anderen Landnutzungsformen am höchsten sei.

Hans-Ulrich Kolb: „Eine professionell praktizierte Waldnutzung durch Forstwirtschaft ist Waldpflege im Einklang mit der Fauna über Generationen“. Jetzt die Anpflanzung bestimmter Baumarten zu verordnen widerspreche der erfolgreichen Praxis der Waldbewirtschafter. Kolb weiter: „Der Erste Entwurf der Biodiversitätsstrategie ist die Abkehr von der seit 300 Jahren erfolgreich gelebten Nachhaltigkeit und hilft in keiner Weise, Artenvielfalt zu verbessern.“ Im Gegenteil sollten unter dem „Deckmantel der Biodiversität erhebliche Bewirtschaftungseinschränkungen verordnet und weitere Wälder in Nordrhein-Westfalen stillgelegt werden“.