Bildung kommt ins Gleichgewicht

Jutta Schöler arbeitet mit Kindern an einer besseren Motorik. Jetzt hat sie sich auch zur Elterntrainerin ausbilden lassen.
Jutta Schöler arbeitet mit Kindern an einer besseren Motorik. Jetzt hat sie sich auch zur Elterntrainerin ausbilden lassen.
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Was wir bereits wissen
„Die Kinder können nicht balancieren, sind unkonzentriert, hibbelig, sie haben Probleme mit dem Lesen, Schreiben oder Rechnen“ - so definiert die gelernte Erzieherin Jutta Schöler die so genannten „unreifen Bewegungsmuster“. Dagegen gibt es Rezepte.

Wingeshausen..  „Die Kinder können nicht balancieren, sind unkonzentriert, hibbelig, sie haben Probleme mit dem Lesen, Schreiben oder Rechnen“ - so definiert die gelernte Erzieherin Jutta Schöler die so genannten „unreifen Bewegungsmuster“. Dagegen gibt es Rezepte.

In einigen Wittgensteiner Kindertagesstätten und Grundschulen wird das auf einer wissenschaftlichen Studie entwickelte Lernprogramm „Bildung kommt ins Gleichgewicht“ bereits seit längerer Zeit erfolgreich angewandt – Stichwort: Bewegungskalender.

Jetzt hat sich Jutta Schöler zur Elterntrainerin entsprechend weitergebildet. Und zwar bei Dorothea Beigel in Wetzlar, die dieses Programm beim hessischen Kultusministerium federführend erarbeitet hat. Jutta Schöler ist nun in der Lage, spezielle Eltern-Kind-Kurse anzubieten. Hinter dem Kürzel „KiG-plus“ verbirgt sich „Kinder im Gleichwicht“. Damit sollen die sensomotorischen Fähigkeiten gefördert werden.

Für Laien kaum erkennbar

Jutta Schöler kennt das Problem aus ihrer Praxis. Zeigen Kinder Auffälligkeiten wie aggressives Verhalten, sind sie ängstlich oder unsicher, schließt keine Mutter oder Vater auf die eingangs erwähnten „unreifen Bewegungsmuster“. Für den Laien sind diese Defizite praktisch nicht erkennbar – und das gilt leider auch für viele Ärzte. „Die Betroffenen haben erhebliche Probleme den Lernstoff aufzunehmen und sie werden deshalb oft in die Legasthenie oder Dyskalkulie (Probleme mit den Grundrechenarten) abgeschoben“, weiß die Erziehungsexpertin aus jahrelanger Erfahrung.

Kinder besser einschätzen

Wichtig ist ihr auch, dass die Eltern während des Kurses nicht belehrt werden. „Es geht primär um eine bessere Einschätzung der Kinder“. Gleichzeitig nennt Jutta Schöler die vorrangigen Ziele der insgesamt zehn Unterrichtseinheiten á 75 Minuten: „Es geht auch um eine gezielte Bewegungsschulung gemäß den Meilensteinen motorischer Entwicklung. Es geht außerdem um die Schulung der Wahrnehmung mit dem Schwerpunkt Gleichgewicht.“

Der erste Kurs „Kinder im Gleichgewicht – plus“ startet nach den Sommerferien.