Bessere Verbindung über die Kreisgrenzen

Battenberg..  Wer vom Frankenberger Land mit dem Bus in den Nachbarkreis Marburg-Biedenkopf oder Siegen-Wittgenstein fahren will, muss lange Wartezeiten in Kauf nehmen und unterschiedliche Tarife bezahlen. CDU-Politiker und Bürgermeister aus Kommunen des Grenzgebiets haben mit dem Marburg-Biedenkopfer Vize-Landrat Marian Zachow vereinbart, nach Verbesserungen zu suchen.

Die Probleme sind vielfältig: Zum einen enden viele Buslinien an der Landkreisgrenze. Hinzu kommt das unterschiedliche Tarifsystem: Nordhessischer Verkehrsverbund (NVV) und Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) treffen sich in Münchhausen. Wer eine Eintrittskarte für ein Fußballspiel oder ein Konzert in Frankfurt hat, kann also ab Münchhausen die Bahn kostenlos nutzen – müsste aber den Bus von Battenberg in die Nachbargemeinde bezahlen. „Solche Freifahrten müssen hessenweit gelten“ forderte Battenbergs Bürgermeister Christian Klein.

Viele Pendler und Schüler

Er wies auch auf die schlechte Anbindung vom Oberen Edertal nach Münchhausen hin. „Es gibt eine Verbindung, aber die ist schlecht“, sagte Battenbergs Bürgermeister Christian Klein anlässlich eines Treffens von CDU-Kreispolitikern und dem Ersten Kreisbeigeordneten des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Marian Zachow, im Battenberger Rathaus.

Angesichts der großen Zahl von Pendlern und Schülern, die täglich in Richtung Marburg oder zum Teil noch weiter nach Südhessen fahren, geht Christian Klein davon aus, dass viele Bürger an besseren Verkehrsverbindungen interessiert sind. Ähnlich sieht es Erich Kirchhainer für Rosenthal: „Mit einer Anbindung von Rosenthal nach Bracht wären wir schon überglücklich.“

Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch ist zwar mit den Verbindungen zufrieden, denn die Gemeinde liegt direkt an der Bahnlinie. Doch die Tarifstruktur ist auch ihm ein Dorn im Auge.

Buslinien verlängern

Auch den Nachbarn aus Marburg sei an besseren Verkehrsanbindungen gelegen, sagte Zachow. Ein erster Schritt sei, dass der Übergangstarif des RMV mit Reaktivierung der Bahnstrecke bis Korbach gelte. Wer also von Korbach nach Marburg fahren will, müsste dann nur ein Ticket lösen. Der Lichtenfelser CDU-Kreistagsabgeordnete Alf Höfer schlug vor, mehrere Buslinien in die Waldeck-Frankenberger Grenzorte zu verlängern, und damit etwa die Verbindungen zwischen Battenberg und Münchhausen, Rosenthal und Bracht oder Wohratal und Gemünden zu verbessern. Die Linie 482 von Frankenberg nach Marburg könnte zudem, so sein Vorschlag, zumindest teilweise durchs Obere Edertal geführt werden. Das sei bei einigen Fahrten im Rahmen des Schülerverkehrs schon jetzt der Fall.

Marian Zachow schlug vor, dass sich Bürgermeister aus den Grenzgebieten beider Kreise zusammentun, um sich bei den Verkehrsverbünden für eine Neuregelung der Tarifstruktur einzusetzen. Wegen der Eröffnung der Strecke nach Korbach sei der Zeitpunkt dafür gut. „Die Verkehrsverbundgrenze darf keine Rolle spielen“, bestätigte der Kreistagsabgeordnete und frühere Gemündener Bürgermeister Rainer Opper.