Berleburger Bürger wollen Museumsverein gründen
12.02.2012 | 17:47 Uhr 2012-02-12T17:47:00+0100
Bad Berleburg.Der Erhalt des städtischen Museums liegt vielen Bürgern offenbar mehr am Herzen als Politik und Verwaltung geglaubt haben. Rund 40 Interessierte waren gestern einem Aufruf in einem Leserbrief unserer Zeitung gefolgt und hatten sich am Goetheplatz eingefunden, um über die Thematik zu diskutieren.
Dabei wurde nicht nur grundsätzliche Kritik an den Plänen von Politik und Verwaltung geäußert, die im Rahmen des Leitbilds den Verkauf anstreben, es gab bereits konstruktive Vorschläge, wie eine Belebung erreicht werden könnte. „Ich wusste erst gar nicht, dass es ein Museum ist“, führte Marion Utsch als zugezogene Berleburgerin beispielsweise die unzureichende Ausschilderung an. „Es muss ein Zentrum kulturellen Lebens entstehen“, ging Hartmut Weidt auf die Bestrebungen der Stadt ein, den Goetheplatz attraktiver zu gestalten. Dabei spiele das Museum an seinem jetzigen Standort eine wichtige Rolle: „Das Museum muss hier sein.“ Und die drei Museen könnten sich ergänzen. An diesem zentralen Ort könne man die Stadtgeschichte kommunizieren: „Es muss ein Museumskonzept her. Schulen und Kindergärten müssen einbezogen werden. Die Sammlung muss didaktisch aufgearbeitet werden. Und der Heimatgedanke darf nicht zu kurz kommen.“ Auch Vereine könnten mit Aktionen einbezogen werden.
Rainer Wolff kritisierte, dass es für Wisente und BLB-Kennzeichen seitens Politik und Verwaltung „eine ganz andere Initialzündung gegeben“ habe und bedauerte den „kontinuierlichen Abstieg in diesem Haus“. Ulf Lückel verwies auf die Bedeutung der kulturellen Einrichtungen auch für Unternehmen, die um Fachkräfte werben.
Zu den wenigen Politikern, die den Weg ins Museum gefunden hatten, zählten neben Oliver Junker Matthes, der am Anfang ein kurzes Statement abgegeben hatte, auch Horst-Günther Linde und Hans-Ulrich Seibel von der UWG, die die Anwesenden ermutigten, mit ihrem Engagement weiterzumachen.
Das soll jetzt in konkrete Bahnen gelenkt werden. Viele Bürger trugen sich bereits in eine Unterschriftenliste ein, deren Ziel die Gründung eines Vereins ist. Prof. Dr. Dr. Hajo Schmidt und seine Frau Doris wollen bis dahin kommissarisch als Anlauf- und Sammelstelle zur Verfügung stehen.
Doris Schmidt appellierte gleichzeitig, auch mit weiteren Spenden Unterstützung zu signalisieren.
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