Baum rettet 21-Jährigen vor dem steilen Abhang

Bad Berleburg..  Ziemlich tief dürfte ein Bad Berleburger am Vorabend des 4. Dezembers vergangenen Jahres ins Glas geschaut haben. Am anderen Morgen endet seine Fahrt zur Arbeit in einer Rechtskurve auf der L 553. Um 6.14 Uhr prallt er mit seinem Wagen gegen einen Baum, der damit noch viel Schlimmeres und das Abrutschen in eine steile Böschung verhindert.

Da der Mechaniker bisher noch nicht mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war, wurde der morgendliche Crash mit einem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft in Höhe von 45 Tagessätzen zu je 50 Euro sowie einer Führerscheinsperre von neun Monaten geahndet. Beim Fahrer wurde anschließend noch ein Alkoholkonzentration zwischen 0,6 und 0,9 Promille festgestellt. Gegen die Sanktion legte sein Rechtsanwalt allerdings Einspruch ein, weil seiner Einschätzung nach die „Strafzumessung zu hoch sei“.

Fremdschaden in Höhe von 1405 Euro

Zudem konnte er den Fremdschaden in Höhe von 1405 Euro nicht nachvollziehen. Damit war der lädierte Baum gemeint. In dieser Angelegenheit habe er mit Förstern gesprochen, die einen gewöhnlichen Straßenbaum mit rund 50 Euro bewerten würden.

Noch etwas spielte für den Verteidiger eine Rolle: Bei der Unfallfahrt erlitt das Fahrzeug seines Mandanten einen Totalschaden, der mit 9500 Euro taxiert wurde. Schon Strafe genug?

Trotzdem ließ sich das Amtsgericht unter Leitung von Richter Torsten Hoffmann in Sachen Strafbefehl nicht zu einer günstigeren Sanktion bewegen. Schon vorher hatte Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel verlauten lassen, dass die „Strafe im untersten Bereich liege“. Nach einer kurzen Unterredung blieb dem Anwalt nichts anderes übrig, als den Einspruch gegen den Strafbefehl zurück zu ziehen.

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