Bank-Geheimnis

Sie hat lange in Wingeshausen gestanden und im Gotteshaus bestimmt gute Dienste geleistet. Dann wurde sie dort ent- und bei uns zu Hause eingeweiht. Das ist geschätzte 20 Jahre her. Ich schreibe von einer alten Kirchenbank, die in ihrer ursprünglichen Länge gut und gerne zehn schlanken Menschen Platz geboten hat. Für uns hat sie der Schreiner zweigeteilt, damit sie um und an den gemütlichen Tisch passt. Stundenlang hat sie im Laufe der Jahre gesellige Runden ausgehalten. Wir haben auf ihr gesessen, gestanden, gelegen und manch einer hat auch auf ihr geschlafen. Sie hat viele Gespräche mitgehört und sie als Bank-Geheimnisse bewahrt. Von den Partys auf „Vetters Kirchenbank“ sind sogar acht Musik-CDs entstanden. Schlager und Schnulzen können wir heute noch hören; allerdings nicht mehr auf der alten Bank. Sie hat ihren guten Geist aufgegeben. Ich wette, dass ich nicht der einzige bin, der das Stück in bester Erinnerung behält. „Gute Fahrt“ rufe ich hinterher, „auf dem Container in die ewigen Kirchenbank-Gründe!“