Bald Berleburgs Gipfel erklimmen?
14.08.2008 | 21:15 Uhr 2008-08-14T21:15:02+0200Wittgenstein. (kago) Rund um Bad Berleburg sollen auf Initiative des Deutschen Alpenvereins mehrere Gebiete für die Kletterarena Sauerland entstehen. ...
... Als erstes konkretes Projekt ist eine Felswand zwischen Aue und Wingeshausen, auf Höhe der Bushaltestelle Kappler Mühle, anvisisert. Weitere mögliche Areale werden derzeit in einem Kreiskonzept gesichtet.
Der Grundeigentümer der Fläche bei Aue, Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein Berleburg, habe bereits zugestimmt, weiß Johannes Röhl von der Rentkammer. Der Forstdirektor sieht einen großen Vorteil: "Das ist mir lieber als wildes Klettern." Allerdings müssen die Vorschläge des Deutschen Alpenvereins nun zunächst von der Unteren Landschaftsbehörde des Kreis Siegen-Wittgenstein geprüft und genehmigt werden.
Denn das Klettern soll mit der Natur verträglich sein, betont Paul Steinacker, der Vorsitzende des Deutschen Alpenvereins (DAV) Sektion Hochsauerland. "Felsbiotope sind sehr sensible Räume, die schützenswert sind."
Nicht sehr empfindlich Das Gebiet zwischen Aue und Wingeshausen ist zwar nicht besonders empfindlich, wie Steinacker und auch Röhl von der Rentkammer bestätigen. Trotzdem möchte Steinacker mögliche Befürchtungen von Naturschützern ausräumen: Erstens sei der Sportbund DAV auch als Naturschutzverband anerkannt. "Das ist eine doppelte Verantwortung, der wir uns bewusst sind." Und zweitens müsse man die Natur erleben, um sie schätzen und schützen zu können. "Wenn man die Werthaltigkeit der Natur nie erlebt, dann weiß man auch nicht, was werthaltig ist."
Naturschutz und Klettern schließe sich nicht aus, sondern bedinge sich vielmehr. "Nur so kann ich lernen, wo unsensible Bereiche sind und wo ich nichts verloren habe", erklärt Steinacker.
Bei einer Ortsbegehung zusammen mit der Unteren Landschaftsbehörde soll die Situation zwischen Aue und Wingeshausen genau begutachtet werden. Der Termin steht noch nicht fest. "Es muss ökologisch sinnvoll sein, sonst machen wir es nicht", so Steinacker. Denn um die Wand zu nutzen, müssten nicht nur loses Gestein, sondern auch mehrere Bäume entfernt werden.
Abseilen Um den trittempfindlichen Gipfelkopf des Felsens zu schonen, könnte dort am höchsten Punkt ein Umlenkhaken angebracht werden. So beenden die Kletterer ihre Tour nicht ganz oben, sondern seilen sich wieder nach unten ab.
Wenn alles gut geht und die Felswand, die nicht weit von der Straße entfernt liegt, zum Klettergebiet wird, soll dort jedoch keine gigantische Anlage errichtet werden. "Der Felsen bleibt wie er ist. Wir bohren nur kleine Löcher, um darin die Haken für die Absicherung der Kletterer zu befestigen." Entlang der Wand wären dann 20 bis 25 Routen möglich.
Insgesamt gibt es laut Paul Steinacker im Kreis Siegen-Wittgenstein zwar weit über 1000 Felsbiotope, davon sei aber nur ein Bruchteil nutzbar. Eine weitere Ecke zum Klettern im Raum Bad Berleburg sei bei Meckhausen. Das Konzept wurde ebenfalls der Unteren Landschaftsbehörde zugeschickt. Auch im Taleinschnitt Richtung Raumland (von Bad Berleburg kommend) befindet sich ein mögliches Gebiet.
Wenn alles nach Plan läuft und mit dem Naturschutz und den Eigentümern vereinbart ist, könnten Kletterer laut Paul Steinacker vielleicht schon im nächsten Frühjahr die lokalen Gipfel Berleburgs erklimmen.
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