Bahnübergang in Aue: Aktivierte Technik noch störanfällig

Bahnübergang „Zum Heilbach“ in Aktion: Die Ampeln stoppen auch den Verkehr auf der Hauptstraße. Die Schranken senken sich erst, wenn der Zug durchfährt.
Bahnübergang „Zum Heilbach“ in Aktion: Die Ampeln stoppen auch den Verkehr auf der Hauptstraße. Die Schranken senken sich erst, wenn der Zug durchfährt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Was Autofahrer nervt, ist aus Sicht der Bahn sinnvoll: Das Ampel-Rot am Bahnübergang „Zum Heilbach“ in Aue auch für die Hauptstraße ist so gewollt. Und an der schwerfälligen Schranken-Mechanik werde gearbeitet, versichert die Bahn.

Aue.. Endlich: Seit Mitte Februar funktioniert der Bahnübergang „Zum Heilbach“ auch automatisch – also ganz ohne Bahnposten, die hier seit Mai 2012 das Flatterband zum Absperren zogen, wenn ein Zug kam.

Was allerdings einige Autofahrer stört: Der Verkehr auf der Hauptstraße (L 553) wird jedes Mal per Ampel-Rotlicht komplett angehalten, wenn der Übergang geschlossen ist. Und: Die kürzlich montierten Schranken senken sich erst, wenn der Zug schon durchfährt.

Aus Sicht der Bahn gibt es für beides eine Erklärung. Dass auch der Verkehr auf der Hauptstraße gestoppt werde, habe einen guten Grund, so ein Bahnsprecher auf Anfrage. Denn: Der Abbieger-Verkehr aus dem Heilbach in die Hauptstraße müsse ungehindert abfließen können, wenn sich die Schranken schließen – damit es keinen Rückstau auf die Gleise gebe. So würde es übrigens nicht nur im jetzigen Provisorium, sondern später auch im Regelbetrieb gelten.

Stadt bestätigt Gespräche

Dass die Schranken-Mechanik offenbar zu spät auf den nahenden Zug reagiert, wenn dieser per Kontakt die Anlage auslöst, verbucht der Bahnsprecher als einen der „kleineren Störungsfälle“. Deshalb halte der Zug ja zur Sicherheit auch kurz vor dem Übergang an – damit der Lokführer langsam auf Sicht fahren und warnend hupen könne – wie bei einem unbeschrankten Übergang.

Verzögerungen Im Übrigen seien Techniker im Auftrag der Bahn bereits dabei, so der Sprecher, am Heilbach alles so einzustellen, „dass der Regelbetrieb funktioniert“. Und wann ist damit zu rechnen? Vermutlich erst, wenn auch die Probleme mit der zu steilen Straße im Bereich des Bahnübergangs gelöst sind. Bekanntlich setzen vor allem Lkw bei der Durchfahrt mit dem Fahrgestell auf dem Asphalt auf.

Hier wollte die Bahn nachbessern, den Übergang komplett überplanen – bislang mit der Idee, die Fahrbahn bis hinauf in die Hauptstraße um mehrere Zentimeter abzusenken. Inzwischen bestätigt die Stadt Bad Berleburg ein Gespräch dazu mit Bahn-Vertretern, ohne aber Details oder ein Ergebnis zu nennen.