Bad Laasphe bei den Ausstellern beliebt

Ostern ist nicht mehr weit. Auf bemalte und beschriftete Eier musste man im Marktangebot nicht verzichten.
Ostern ist nicht mehr weit. Auf bemalte und beschriftete Eier musste man im Marktangebot nicht verzichten.
Foto: WP

Bad Laasphe.  . Vorfreude auf den Frühling und der gute Ruf der Veranstaltung ließ am Wochenende wieder eine große Zahl an Besuchern in das Haus des Gastes kommen. Zur Frühlings- und Kunsthandwerkerausstellung, die in diesem Jahr zum 22. Mal stattfand, hatten als Organisatoren die Niederlaaspher Regina und Thomas Wetter eingeladen und rund 40 Aussteller aus dem gesamten Bundesgebiet waren dem Ruf in das Wohnzimmer der Lahnstadt gefolgt. „Wir kommen gerne nach Bad Laasphe und genießen die durch Familie Wetter vermittelte „Rundum-Wohlfühlatmosphäre“, die man andernorts auf Märkten in der Regel vergeblich sucht“, so einer der weit gereisten Aussteller im Gespräch mit unserer Zeitung.

Alte Techniken neu entdeckt

Mit dabei das Atelier Chris Reinelt aus Offenbach, welches im Glasfusing hergestellte kleine Kostbarkeiten vorstellte. Dabei handelt es sich um eine der modernsten Glasverarbeitungstechniken, obwohl dieses Verfahren bereits vor 2200 Jahren bekannt war. Wiederentdeckt und weiterentwickelt wurde es allerdings erst vor rund 40 Jahren. Heute werden in speziellen Brennöfen bei einer Temperatur von 780 bis 850 Grad verschiedene unifarbene oder mehrfarbige Glasplatten zu einer neuen Glasplatte verschmolzen. Die so entstandenen Produkte bestechen durch ihren eigenen Charakter, sind geprägt von Farbe, Licht und Form.

Nebenan konnte man bei Ute Glasmacher aus Eitorf alte Tiffany-Glaskunst bewundern. Diese Kunst, welche einzelne Glasteile mittels Ummantelung mit Kupferfolie und Lötzinn verbindet, eignet sich hervorragend zur Gestaltung dreidimensionaler Gebilde. Die Lötnähte werden mit einer Patina versehen. Dazu werden sie galvanisch verkupfert und anschließend mit Chemikalien behandelt. Sie erhalten so ihre charakteristische Schwarz- oder Grünfärbung.

Glas bei 800 Grad geformt

Nicht weniger interessant ist die Tätigkeit des Glasbläsers Karl Heller, der gemeinsam mit seiner Ehefrau seit Beginn der Veranstaltungsreihe zu den Ausstellern gehört. Bei seiner Arbeit am Brenner geht es darum, die Rohglasröhren bei einer Arbeitstemperatur von etwa 800 Grad in die gewünschte Form zu bringen.

Bürsten von Hand gemacht

Ein Hingucker auch der Stand von Hans-Wilhelm Hintz aus Marburg. In Deutschland gibt es nur noch wenige Betriebe, die per Hand Naturbürsten herstellen. Der 61-jährige hat das Handwerk von seinem Vater gelernt und gibt es heute an seine Kinder weiter. So entstehen bereits in dritter Generation alle Arten von haarigem Werkzeug: Die chinesische Bergziege liefert Haare von großer Weichheit für Staubbürsten und -pinsel; da gibt es Besen mit Rosshaar für das Haus oder mit Kokosfasern für die Straße. Bürsten mit Kakteenfasern eignen sich zum harten Schrubben, ja sogar zum Abbeizen und Wildschweinborsten sind ideal für die Haarpflege – bei Mensch und Hund. Mit dem Hintz’schen Möbelmopps werden die Kunstwerke der Frankfurter Museen abgestaubt.

Einen Tipp hielt der Fachmann noch für unsere Leser bereit: Man erhält die Schönheit von Naturbesen und – bürsten über eine längere Zeit, wenn man diese hängend bzw. auf dem Rücken liegend aufbewahrt, damit sich der Besatz entfalten kann.