Aus Kaschmir Weg nach Berleburg gefunden

Dr. Ahmad Oyais ist seit dem 1. Januar 2015 der neue Oberarzt in der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie an der HELIOS Klinik Bad Berleburg.
Dr. Ahmad Oyais ist seit dem 1. Januar 2015 der neue Oberarzt in der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie an der HELIOS Klinik Bad Berleburg.
Foto: WP

Bad Berleburg..  Dr. Ahmad Oyais ist seit dem 1. Januar der neue Oberarzt in der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie an der Helios-Klinik Bad Berleburg. Der gebürtige Kaschmire ist u.a. Facharzt für Spezielle Viszeralchirurgie und Proktologie. Er erbringt chirurgische Leistungen, von denen besonders Schilddrüsenpatienten oder Darmerkrankte profitieren.

„Ich freue mich, dass so ein fachkundiger Kollege wie Dr. Oyais nun ein Teil unserer Abteilung ist“, sagt Dr. Michael Westerdick-Lach, kommissarischer Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie an der Helios-Klinik. „Er bringt umfassende Kenntnisse im Bereich der Enddarm- und Hormondrüsenchirurgie mit und wird sich bei uns sicher schnell einleben.“

Dr. Oyais ist Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Spezielle Viszeralchirurgie, Proktologie, Notfallmedizin und funktionelle Diagnostik. Er ist 39 Jahre alt und stammt ursprünglich aus Kaschmir, wo sein Weg als Sprössling einer Ärztefamilie bereits früh vorgezeichnet war. 1994 verließ er sein Elternhaus und begann in Moskau sein Medizinstudium, das er mit Bestnoten abschloss. Als junger Arzt arbeitete er in bis zu drei Krankenhäusern gleichzeitig: „Das Gesundheitssystem in Russland ist mit dem in Deutschland schwer zu vergleichen. Dort gibt es viele Patienten und verhältnismäßig wenig medizinisches Personal. Da mussten die Ärzte besonders flexibel sein“, sagt Dr. Oyais.

International vernetzt

Von Kaschmir durch halb Europa – Dr. Oyais ist international vernetzt. Auch der kollegiale, fachübergreifende Austausch war ihm stets wichtig – im In- und im Ausland. „Ich hatte schon immer gern Kontakt zu Menschen und konnte mich für Neues begeistern“, erklärt Dr. Oyais. So kam er im Rahmen seiner Facharztausbildung 2004 als Gastarzt für drei Monate aus Twer nach Osnabrück und organisierte einige Jahre später einen ärztlichen Austausch zwischen den beiden Städten.

Auch Weiterbildung ist für ihn ein wichtiges Thema: Ob als Teilnehmer oder Referent, vor Kollegen, Studenten oder Bürgern – Dr. Oyais führte verschiedene Kongresse, Lehrtätigkeiten und medizinische Projekte durch.

Er ist weit herumgekommen: England, Frankreich, Luxemburg oder Deutschland – europaweit ist er als Arzt zugelassen. Als ihm 2006 eine Assistenzarztstelle in Deutschland angeboten wurde, zögerte er jedoch. Zu unsicher fühlte er sich in der deutschen Sprache. „Ich sprach damals fünf Sprachen, aber Deutsch schien mir sehr schwierig zu sein.“

Dass Dr. Oyais die Anstellung annahm und blieb, verdankt er auch Prof. Dr. Nies aus Osnabrück. Der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie nahm sich des jungen Arztes und seiner Sprachausbildung an – mit Erfolg, heute spricht Dr. Oyais seine sechste Sprache fließend. Die beiden arbeiteten von 2007 bis 2011 zusammen, bis es Dr. Oyais nach Quakenbrück und dann als Oberarzt nach Soest zog. Die Stelle in der Helios Klinik Bad Berleburg reizte den Arzt vor allem, weil er hier seine Kenntnisse beispielsweise auf dem Gebiet der Schilddrüsen-oder Enddarmchirurgie zum Wohle der Patienten einsetzen und so die Grund- und Regelversorgung in Wittgenstein noch weiter ausbauen kann. „Außerdem glaube ich, dass meine Tochter hier ruhig und behütet aufwachsen kann“, verrät Dr. Oyais.