Auge fürs Motiv ist entscheident

Nicht nur die thematischen Schwerpunkte, auch die Herangehensweisen unterscheiden sich bei Susanne Baumgartner, Bernhard Wasem (CH), Dragomir Vukovic (USA) Petra Hahner, Gerhard Körsgen, Michaela Nastulla und Folker Winkelmann (D).
Nicht nur die thematischen Schwerpunkte, auch die Herangehensweisen unterscheiden sich bei Susanne Baumgartner, Bernhard Wasem (CH), Dragomir Vukovic (USA) Petra Hahner, Gerhard Körsgen, Michaela Nastulla und Folker Winkelmann (D).
Foto: WP

Bad Laasphe..  Das Wissen um fotografische Prozesse, das Beherrschen der Kameratechnik – beides ist Voraussetzung, um außergewöhnliche Bilder zu machen. Doch beides hilft nicht viel, wenn die Person am Sucher kein Auge für das Motiv und guten Bildaufbau beweist. Nach dem großen Erfolg der Ausstellung „EinZweiBlicke: Ausblicke“ vor zwei Jahren ist der Kunstverein 2013 jetzt mit „EinZweiBlicke: Ausblicke II“ an den Start gegangen, deren Exponate in leer stehenden Geschäften und Häusern der Lahnstadt bis 14. Juni zu sehen sind. Danach werden alle Fotographien zu einer Gesamtschau im Haus des Gastes zusammengeführt und bleiben dort bis zum 30. Juni zugänglich.

Vernissage in der Stadtkirche

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann eröffnete der deutsche Fotokünstler Frank Wöllnitz am Donnerstagabend die Ausstellung in der evangelischen Stadtkirche. Die musikalische Begleitung der Vernissage lag in den Händen von Friedhelm M. Nicklaus (Orgel). Dass über den gewöhnlichen Mediennutzer täglich eine wahre Bilderflut hereinbricht, zählt zu den Gewissheiten unserer Zeit. Umstritten ist die Beantwortung der Frage, wie der kritische Zeitgenosse damit umgehen soll. Ob er am besten Schutzschilde bauen sollte, um der Unmenge Herr zu werden, oder besser das tückische Element kanalisiert, kontrolliert, sich verzweigen lässt und fruchtbringend nutzt. Diese Arbeit wurde den Besuchern der Ausstellung vom Kunstverein 2013 abgenommen, der eine Vorauswahl der gezeigten Bilder traf. Dem Betrachter wird dabei deutlich: Nicht nur die thematischen Schwerpunkte, auch die verschiedenen Herangehensweisen setzen unterschiedliche Akzente. Und genau dieses Persönliche war wichtig bei der Auswahl der beteiligten Fotographen, erzählt uns Organisator Harald Hagedorn: „Eingeladen wurde nur, wer eine eigene Handschrift hat.“

Eigene Handschrift ist erkennbar

Entdeckt werden konnten Arbeiten von Susanne Baumgartner und Bernhard Wasem (Schweiz) Dragomir Vukovic (USA) sowie der deutschen Fotographen Petra Hahner, Gerhard Körsgen, Michaela Nastulla und Volker Winkelmann. Susanne Baumgartner zeigt in ihren Bildern die vermeintlichen Kleinigkeiten des Lebens, Kleinigkeiten, die wir selbst nicht wahrnehmen. Petra Hahners Arbeiten erwecken beim Betrachter Gedanken, Gefühle, Emotionen. Gerhard Körsgens Arbeiten vertiefen sich in einem großen Mosaik voller Leben, Michaela Nastulla zeigt keine marktschreierischen, einfach zu konsumierenden Bilder, sondern Gleichnisse. Dragomir Vukovic betrachtet, sieht, erkennt. Seine Bilder entstehen quasi aus der „Mitte“ heraus und ermöglichen damit einen ungekünstelten Zugang zum Gezeigten. Bernhard Wasems Fotos leben von Empathie und einer gleichsam intellektuellen Spannung. Folker Winkelmann nimmt sich Zeit, Menschen so zu zeigen, wie er sie sieht.