Auf Region besinnen

Spät kommt sie, die Diskussion um die gemeinsame Entwicklung einer zukunftsfähigen Schulform, die in Wittgenstein die von der Schließung bedrohten Hauptschulen ablösen könnte. Seit Anfang der Woche wissen wir, dass die integrierte Gesamtschule in Bad Berleburg (mit Teilstandort Erndtebrück) einen Lösungsansatz bieten könnte. Im Schulforum des Zweckverbands wurde darüber Ende der vergangenen Woche diskutiert. Warum das unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschah, erschließt sich dem unbefangenen Beobachter allerdings nicht. Insbesondere, wenn man den Appell der CDU-Politikerin und Lehrerin Ursula Belz Ernst nimmt, die Eltern auf dem Weg in eine neue schulische Zukunft Wittgensteins mitzunehmen, muss dringend darüber nachgedacht werden, wo und wie man weiter diskutieren möchte.

Gerade das Thema Gesamtschule bedarf wohl dieser offenen Diskussion. Das Bekenntnis von Realschulrektor Bernd Weiskirch, dass er den Vorschlag zu einer solchen Schulform in Wittgenstein vor fünf Jahren noch gar nicht gemacht hätte, sagt vieles über Akzeptanz und Vorbehalte, die auch heute noch in Teilen der Elternschaft vorhanden sein dürften. Gleichwohl gibt es dazu kaum wirkliche Alternativen. Dass die Hauptschule keine Zukunft hat, ist hinlänglich bekannt. Versuche aus Erndtebrück mit Bad Laasphe oder Netphen eine Sekundarschule auf die Reihe zu bekommen, waren ebenfalls nicht besonders erfolgreich.

Eigentlich hätte es dieser Versuche auch gar nicht bedurft, wenn sich alle Beteiligten rechtzeitig auf gemeinsame Stärken in Wittgenstein besonnen hätten. Leider ist das bei vielen Themen in der Region immer erst dann der Fall, wenn alle anderen Möglichkeiten versagen.