Auf den zweiten Blick die erste Wahl

Aue..  Für Romina Miß war es vor zwei Jahren so, als wenn „Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen würden“. Beim auf Haustechnik und Gebäudeautomatisierung spezialisierten Unternehmen Busch-Jaeger in Aue wurde ihr damals eine Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin zugesagt.

Das wäre eigentlich kaum eine Meldung wert, hätte sie seinerzeit nicht schon 25 Lenze gezählt. Dr. Bettina Wolf, Chefin der Bundesagentur für Arbeit in Siegen, nennt diese Personengruppe „Spätstarter“. Das war auch der Grund, warum die Leiterin am Mittwoch mit ihrem Pressesprecher Florian Müller die Fahrt von Siegen nach Aue antrat. In Richtung Roland Müller, Leiter Operations des Hauptsitzes in Lüdenscheid, und Busch-Jaeger-Ausbildungsleiter Torsten Bald hob sie folgendes hervor: „Sie geben auch jungen Frauen und Männern eine Chance, die zu viele Ecken und Kanten im Lebenslauf haben.“ Genau wie Romina Miß, die wie viele andere bislang noch keine Ausbildung absolviert hatte. Um allen eine Chance zu ermöglichen findet jährlich die von der Bundesagentur initiierte Woche der Ausbildung statt, und die steht unter dem Motto: „Auf den 2. Blick die 1. Wahl.“

Immer weniger Bewerber

Beim Pressegespräch wies Dr. Wolf noch auf eine wachsende Problematik am Arbeitsmarkt hin. „Die Nachfrage nach Fachkräften steigt, aber gleichzeitig gibt es immer weniger Bewerber.“ Bei der Firma Busch-Jaeger Elektro hat die 27-jährige Romina Miß jetzt nicht nur ihre Ausbildung absolviert, sie hat auch eine fest verankerte Übernahmegarantie erhalten. So sieht das auch Roland Müller, dem dieser spezielle Bildungsweg für Spätstarter nach eigenen Angaben sehr am Herzen liegt. Mit der Prämisse, auch mal andere Bewerber zu nehmen, hat er bislang sehr gute Erfahrungen gemacht.