Auf den Spuren der Gräfin durchs Schloss

Bad Berleburg..  Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau – das ist auch im Barock so. Marie Esther Polyxena von Wurmbrand-Stuppach ist 21 Jahre alt als sie 1717 den verwitweten Grafen Casimir zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg heiratet und als reiche Tochter eines kaiserlichen Staatsministers und Präsident des Reichshofrates von Wien in die Provinz kommt. In eine Provinz, die zwar abgelegen scheint, aber in der Barockzeit zu einer der aufgeklärtesten und religiös tolerantesten Grafschaften zählt. Hier im Schloss Berleburg hat sie mit einem durchaus liebevollen, aber auch cholerischen Ehemann zu tun. Graf Casimir ist sehr fromm und liebt seine Projekte.

Anekdoten von damals

Er plant den Bau eines „Corps de logis“, der den in die Jahre gekommenen Renaissancebau durch Prunk und Pomp aufwerten soll und ist umgeben von religiösen Schwärmern, mit denen er eine ganz andere Bibel herausgibt. Rigoros geht er gegen Säufer und Kartenspieler vor, schätzt aber Bisquit, Portwein, ein schnelles Pferd und ein gutes Jagdgewehr. Doch woher das Geld dafür nehmen?

Museums-Moderatorin Gabriele Rahrbach entführt als Gräfin Marie Esther Polyxena von Wurmbrand-Stuppach die Gäste am Sonntag, 19. April, 15 bis 16.30 Uhr, in die Zeit des Barock und berichtet von ihrem Eheleben mit dem nicht immer leicht zu handhabenden, gichtkranken Gatten. In einer eineinhalbstündigen kurzweiligen Führung durch die Räume des Schlosses Berleburg erfährt der Gast nicht nur etwas über das barocke Familienleben der Sayn-Wittgenstein-Berleburgs, sondern auch kulturhistorische Details und Anekdoten zum Leben damals.