Auch Wisente im Atlas der wildlebenden Tiere

Auch die Wisente im Rothaargebirge sind im Atlas der wildlebenden Säugetiere aufgeführt.
Auch die Wisente im Rothaargebirge sind im Atlas der wildlebenden Säugetiere aufgeführt.
Foto: WP

Wittgenstein/Münster..  In Nordrhein-Westfalen kommen 73 wildlebende Säugetierarten vor. Diese sowie einige nur sporadisch auftretende Arten werden im neuen „Atlas der Säugetiere Nordrhein-Westfalens“ vorgestellt. Der Online-Atlas (www.saeugeratlas-nrw.lwl.org) ist am Wochenende bei einer säugetierkundlichen Tagung im LWL-Museum für Naturkunde in Münster für die Öffentlichkeit freigeschaltet worden.

Steckbrief und Bilder

Neben einem Arten-Steckbrief und einer Bildergalerie zeichnet sich das neue Internet-Angebot vor allem durch interaktive Verbreitungskarten aus. Der Nutzer kann sich über das Vorkommen aller wildlebenden Säugetiere informieren, darunter sind übrigens auch die Wittgensteiner Wisente im Rothaargebirge. Der Atlas ist ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft Säugetierkunde NRW.

„Der Atlas der Säugetiere wurde durch die Arbeit vieler hundert ehrenamtlicher Naturkundler möglich“, sagt Dr. Jan Ole Kriegs, Zoologe des LWL und Koordinator des Projektes. „Sie haben ihre Beobachtungen und Funde den Projektpartnern übermittelt und auf diese Weise das Fundament für den Atlas gelegt.“

Auch als Buch in Vorbereitung

Der Atlas wird als wachsendes Projekt verstanden und ist auf die Mithilfe zahlreicher ehrenamtlicher Mitarbeiter und auch auf Zufallsbeobachtungen durch sachkundige Bürger angewiesen. „Deshalb werden Säugetierfunde aller Art weiterhin gern entgegengenommen“, sagt Dr. Henning Vierhaus, Säugetierspezialist aus Bad Sassendorf.

Sein Kollege Holger Meinig aus Werther ergänzt: „Sowohl häufige Arten wie der Maulwurf, Reh oder Kaninchen sind interessant für uns als auch seltenere wie die Bechsteinfledermaus oder gar Wolf und Wildkatze.“ In einigen Jahren soll der Atlas auch in Buchform erscheinen.

Wildkatzen im Siegerland

Schon Jahre im Vorfeld wurde mit der Arbeit begonnen. Einzelne Arten, wie etwa die Wildkatze, zu deren aktuelle Verbreitung es noch viele Wissenslücken gibt, werden gezielt untersucht. Die Wildkatze war noch im 19. Jahrhundert weit verbreitet. Sie wurde dann aber verfolgt und großflächig ausgerottet.

Unter anderem in der Eifel, aber auch in anderen Bundesländern hat sie überlebt und breitet sich seit einigen Jahren wieder aus. „Wir konnten sie unter anderem im Stadtforst Brilon nachweisen“, sagt Kriegs. „Auch in vielen anderen Teilen des Sauer- und Siegerlandes sowie im Weserbergland ist sie wieder heimisch.“