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Feudinger Silvesternacht

Auch Anwohner gingen hoch wie Raketen

02.01.2012 | 12:35 Uhr
Auch Anwohner gingen hoch wie Raketen
"Ab in die Rinne": in der Neujahrsnacht in den Himmel geschossen, liegen Knaller und Raketen im Rinnstein und warten auf die Straßenreinigung.

Feudingen.   „Das war schon heftig und die Anwohner sind ganz schön sauer“, beschreibt Feudingens Ortsvorsteher das Stimmungsbild im Dorf nach der Silvesternacht. Und Bad Laasphes zuständiger Verwaltungsdezernent Rainer Schmalz war „erschüttert“.

(lpd) „Das war schon heftig und die Anwohner sind ganz schön sauer“, beschreibt Feudingens Ortsvorsteher das Stimmungsbild im Dorf nach der Silvesternacht. Und Bad Laasphes zuständiger Verwaltungsdezernent Rainer Schmalz war „erschüttert“.

Der Grund für den Ärger war erneut eine private Silvesterparty in der Volkshalle, bei der zwischen 100 und 120 Gäste Feuerwerk abbrannten. Weil das beim Jahreswechsel 2010/2011 bereits zu massiven Problemen geführt hatte, war sogar ein Feuerwerksverbot im direkten Umfeld der Volkshalle ergangen. Daran haben sich die Gäste der Party auch gehalten. Sie sind nämlich einfach zur Hauptstraße, der Sieg-Lahn-Straße, gewechselt.

Straße glich Schlachtfeld

In der Nähe eines dortigen Autohauses brannten sie dann offenbar Raketen und Böller in einer solchen Menge ab, dass die Anwohner und vor allem deren Kinder Angst hatten, auf die Straße zu gehen. Ein Mann sei sogar von Feuerwerkskörpern am Bein getroffen worden, berichtet Ortsvorsteher Horchler.

Am Neujahrsmorgen glich die Straße einem Schlachtfeld, das bestätigten neben Horchler auch ein Mitarbeiter der Rufbereitschaft des Bad Laaspher Ordnungsamtes: „Da lag en Raketen- und Knallerreste, rotes Papier und Pappe. So sah es in keinem anderen Teil Feudingens und auch in keinem anderen Dorf auf dem Weg nach Feudingen aus“, sagte der Mitarbeiter.

„Wir haben dieses Feuerwerks-Problem seit vier, fünf Jahren“, erläutert Horchler. Seit dieser Zeit organisiere ein Bad Laaspher die privaten Silvester-Feiern dort. Dieser Mann wird nun nach dem Verursacherprinzip dafür Sorge tragen müssen, dass die Straße und auch die benachbarten Privatgrundstücke von dem Unrat der Nacht gereinigt werden. Am Neujahrsmorgen hatte Erich Horchler bereits mehrerer Partygäste an der Volkshalle angetroffen. Und nachdem er bis gestern keine Klagen gehört habe, gehe er davon aus, dass die Straße gereinigt worden sei.

Konsequenzen gefordert

Nach den neuerlichen Erfahrungen will der Feudinger das Übel jetzt von Grund auf angehen. Wir werden uns mit der Stadtverwaltung, dem Party-Veranstalter aber auch anderen Festveranstaltern an einen Tisch setzten müssen“, so Horchler. Denn neben dem Feuerwerksproblem gebe es auch Ärger um die Einhaltung des Rauchverbotes in der Halle und immer wieder seien auch Müll und Flaschen im Dorf sowie der Lärm ein Problem, wenn zu viel Alkohol getrunken werde, berichtet der Ortsvorsteher.

Auch der zuständige Bad Laaspher Dezernent Rainer Schmalz war gestern „erschüttert über das, was ich aus Feudingen erfahren habe. Das wird Konsequenzen haben.“ Derzeit wird geprüft ob und wie der Party-Veranstalter zur Rechenschaft gezogen werden kann. Ob auch ein Silvester-Vermietungsverbot für die Volkshalle eine Konsequenz sein könnte, wollte Schmalz weder bestätigen noch ausschließen.

Lars-Peter Dickel

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