Auch 50 Flüchtlinge müssen nicht allein sein

In dieser Herberge gab es Raum von 17 bis 22 Uhr: Ein Dutzend Wittgensteiner und 50 Menschen aus der Berleburger Flüchtlingsunterkunft waren dank der Kirchengemeinde Raumland an Heiligabend nicht allein.
In dieser Herberge gab es Raum von 17 bis 22 Uhr: Ein Dutzend Wittgensteiner und 50 Menschen aus der Berleburger Flüchtlingsunterkunft waren dank der Kirchengemeinde Raumland an Heiligabend nicht allein.
Foto: Ev. Kirchenkreis Wittgenstein
Was wir bereits wissen
Heiligabend: Das Raumländer Gemeindehaus bebt vor Leben. Mit Hilfe der Sprache Englisch werden die Gäste aus der Bad Berleburger Notunterkunft integriert.

Raumland..  „Heiligabend nicht allein“ hieß es am 24. Dezember wieder im Raumländer Gemeindehaus: Zum siebten Mal hatten Ideengeberin Luise Dickel und Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer die Veranstaltung organisiert, die von 17 bis 22 Uhr dafür sorgt, dass niemand in Wittgenstein Heiligabend allein sein muss.

Rund ein Dutzend Besucher waren es diesmal, die aus der Raumländer Kirchengemeinde selbst, aber auch etwa aus Bad Laasphe gekommen waren. Und dann kamen noch 50 andere Menschen – vor allem Familien mit Kindern, die an diesem Heiligabend nicht allein sein wollten: Barbara Lenz-Irlenkäuser, die Anfang Dezember für den evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein mit einer halben Stelle in die unabhängige Verfahrensberatung in der Flüchtlingsunterkunft am Bad Berleburger Spielacker eingestiegen ist, hatte dort eine Liste mit 50 Plätzen für diesen Abend ausgelegt, die ruckzuck voll war. Und so bebte das Gemeindehaus vor Leben an diesem gelungenen Abend.

Möglich wurde das durch eine gute Vorarbeit. Der ehrenamtlichen Diakonischen Gemeindemitarbeiterin Luise Dickel standen Heidrun Uellendahl und Elke Bach zur Seite und bereiteten in der Küche den Abend vor. Es gab Kuchen, Schnittchen und eine Gemüsecremesuppe, die – schweinefleischlos – auch für die muslimischen Besucher nur lecker und kein Problem war.

Da saßen neben den Wittgensteinern Muslime aus dem Kosovo, Christen aus Nigeria, wo die Terroristen von Boko Haram wüten, und eine Frau mit Kopftuch aus Syrien. Ihre drei Kinder – das Jüngste in einer Babyschale – hatte sie in Raumland dabei, ihr Mann war indes weit weg, in dem Bürgerkriegsland. Und plötzlich waren die Tagesschau-Nachrichten und Zeitungs-Schlagzeilen auf einmal ganz nah an Wittgenstein. Wie schön war es da zu sehen, wie die Kinder fröhlich spielten und malten.

Englisch – diese Sprache half sowohl bei den Gesprächen, bei der zweisprachig vorgetragenen Weihnachtsgeschichte als auch bei den gemeinsam gesungenen Liedern.