Asylbewerber flüchtet vor Rückführung

Foto: Essen

Bad Laasphe..  Zu einer dramatischen Entwicklung ist es in der Nacht zum Dienstag beim Versuch der Ausländerbehörde des Kreises gekommen, einen Asylbewerber aus Bad Laasphe nach Südeuropa zurückzubringen. Kreis-Pressesprecher Torsten Manges bestätigte gestern entsprechende Informationen unserer Zeitung.

Der Mann aus Somalia habe nach Italien zurück überstellt werden sollen, weil dort bereits ein Asylverfahren laufe. Noch bevor die Mitarbeiter der Ausländerbehörde tätig werden konnten, sei der Mann allerdings ans Ufer der Lahn geflohen, um sich dem Zugriff zu entziehen. Notarzt und Feuerwehr seien deshalb zur Unterstützung gerufen worden. Die Feuerwehr war insbesondere mit der Ausleuchtung des Geländes in der Nähe des Bad Laasphe Schlichthauses beschäftigt.

Gründe haben Bestand

Bei der Suchaktion wurde der Somalier schließlich auch gefunden, war aber, so der Sprecher des Kreises, „nicht ansprechbar“ und ist deshalb in ein Krankenhaus gebracht worden. Mittlerweile sei der Mann zurück in seiner Unterkunft in Bad Laasphe. Nach wie vor erwartet ihn aber die Rückreise nach Italien. Manges: „Die Gründe für die Rückführung haben weiter Bestand.“

Hintergrund ist die sogenannte Dublin-Verordnung. Sie sieht vor, dass für Asylsuchende das Land zuständig ist, über das der Bewerber in die EU eingereist ist. Flüchtlinge, die in einem anderen Land Asyl beantragen, werden wieder in das Ersteinreiseland zurückgeschickt.