Artenschutzprobleme durch Windenergie

Beim  Windenergie-Boom wird Artenschutz kleingeredet: NABU-Geschäftsführer Jens Lehmann, Naturschutzreferentin Sabine Portig, Vorsitzende Helga Düben, und 2. Vorsitzender  Thomas Müsse (von links) kritisieren das.
Beim Windenergie-Boom wird Artenschutz kleingeredet: NABU-Geschäftsführer Jens Lehmann, Naturschutzreferentin Sabine Portig, Vorsitzende Helga Düben, und 2. Vorsitzender Thomas Müsse (von links) kritisieren das.
Foto: WP

Siegen-Wittgenstein..  Mit über 2400 Mitgliedern in Siegen-Wittgenstein ist der NABU der größte Naturschutzverband vor Ort. Helga Düben, 1. Vorsitzende, stellte jetzt während der Jahreshauptversammlung im ausführlichen Jahresbericht, unterstützt durch eindrucksvolle Fotos, die Vielzahl der Aktivitäten des Vereins vor und kritisierte dabei auch den massiven Windkraft-Ausbau in NRW.

Rückgang der Lebensräume

Allgemein müsse man in NRW einen Rückgang der Arten und deren Lebensräume sowohl in Anzahl als auch Vielfalt feststellen. Dieser negative Trend ist, so Düben, leider auch bei uns im Kreis feststellbar. So seien aktuell die Wiesenbrüter als Brutvögel im Kreis bedroht. Dies gelte auch für Arten wie den Raubwürger. Die Errichtung der vielen geplanten Windenergieanlagen im Wald werde sich negativ auf den Bestand von windenergiesensiblen Tierarten wie Rotmilan, Schwarzstorch oder Fledermäuse auswirken. So soll ca. 1/3 der zukünftigen Windenergie Nordrhein-Westfalens in Südwestfalen erzeugt werden. Dies bedeute wahrscheinlich die Errichtung von ca. 2700 zusätzlichen Windrädern. Das sei nur möglich, wenn die Probleme des Artenschutzes kleingeredet würden.

Laut Helga Düben ist der Naturschutz eigentlich eine amtliche Aufgabe. Obwohl sich Hunderte von Mitarbeitern in Behörden und Ämtern um Naturschutz kümmerten, gehe die biologische Vielfalt zurück. Dies zeige, dass der amtliche Naturschutz auch in NRW versage. Umso wichtiger sei daher das große ehrenamtliche Engagement von NABU-Mitgliedern vor Ort.

In unterschiedlicher Form ist der NABU Siegen-Wittgenstein an der Betreuung von ca. 120 ha wertvoller Naturfläche beteiligt. Hier gehe es auch um praktische Biotoppflege, d.h. z.B. Entbuschen von Brachflächen, Pflege wertvoller Orchideenwiesen, Mähen von Nasswiesen und Niedermooren. Weiteres wichtiges Aufgabengebiet sei der Artenschutz durch Bereitstellen von Nisthilfen für z.B. Raufuß- und Sperlingskauz oder Wasseramseln. Aber auch die Vermittlung von Naturwissen an interessierte Mitmenschen durch Exkursionen, in Kindergruppen, durch die informative Homepage oder Infostände ist Teil der Arbeit des NABU. Helga Düben bedankte sich ausdrücklich bei allen, die sich durch aktiven Einsatz oder finanzielle Unterstützung für den Naturschutz engagieren.

Auf der Mitgliederversammlung wurde eine neue Satzung. für den Verein verabschiedet, da die bisherige nicht mehr allen Bedürfnissen gerecht wurde.Im Rahmen der Wahlen war der Posten des/der 1. Vorsitzenden zu besetzen. Helga Düben wurde einstimmig wiedergewählt.