Arfeld heizt mit Holz aus Hartmann-Abriss

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Arfeld..  Wenn es im kommenden Winter aus zahlreichen Kaminen in Arfeld qualmt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass dann Holz aus dem ehemaligen Lufttrocknungsgebäude der alten Firma Hartmann verheizt wird. Denn das wird aktuell allen Bürgern im Dorf zum Verbrennen angeboten. „Holz aus dem Abbruch abzugeben“ meldet Ortsvorsteher Kai-Uwe Jochims via Internet und verspricht „Lieferung frei Haus, solange der Vorrat reicht“.

Der Abriss des hölzernen Teils der Aufbauten sei „ein erster Schritt, der zum Verschwinden der Industriebrache führt“, erklärt der Ortsvorsteher. Im gleichen Atemzug lobt er die Dorfgemeinschaft, die „am kommenden Samstag bestimmt wieder so engagiert wie vor zwei Wochen zum Entrümpeln des Geländes antritt“. Denn bevor der inzwischen beauftragte Abbruchunternehmer aus Büren mit schwerem Gerät im Stedenhof auftaucht, muss noch einiges vorbereitet werden. Dazu zählt auch die Abgabe des schadstofffreien Holzes. Die behandelten Hölzer der Außenfassade werden fachgerecht entsorgt.

Altmetall wird auch vermarktet

Alle anderen anfallenden Materialien des Gebäudes werden mit Unterstützung der Firma Dickel, in Person von Dirk Dickel, entsorgt. Wie alle sich für das künftige Zentrum Via Adrina engagieren, so bringt sich auch Andreas Jüngst mit seinem Bauunternehmen in die Eigenleistungen des Gemeinschaftsvereins ein und hilft beim Abriss der Holz-Bauteile.

Über das Internet (www.arfeld.net/Holz) hat Kai-Uwe Jochims bereits binnen weniger Stunden die ersten Bestellungen für sechs Lkw-Ladungen bekommen. „Das wird sicher noch mehr; aber wir liefern zunächst nur an Arfelder aus“, möchte Jochims, dass der erste Zugriff für die Bürger im Dorf reserviert ist.

Außer Holz fallen natürlich jede Menge Ziegel und auch Kopfsteinpflaster bei den Abbrucharbeiten an. Möglich, so Kai-Uwe Jochims, dass Teile davon „eventuell für die Außengestaltung verwendet werden können. Das muss sich aber erst beim Ergebnis des laufenden Architekten-Wettbewerbs zeigen“.

Bis Ende 2017 müssen die Planungen des Regionale-Projektes umgesetzt sein. Dann dürfte also das Bürgerzentrum mit Vorplatz fertig gestellt sein; unmittelbar angebaut wird bekanntlich das Gerätehaus für die örtliche Löschgruppe der Feuerwehr. Sie wird auch das „Zentrum Via Adrina“ zu Schulungen nutzen. Jochims: „Wir nutzen die Synergieeffekte. Dadurch spart die Stadt als Bauherr viel Geld. Der Gemeinschaftsverein wird dann Träger des Projektes“.

Noch Gewerbefläche zu vermarkten

Der städtische Beigeordnete Volker Sonneborn bestätigte auf Anfrage Informationen unserer Zeitung, wonach das gesamte Areal der Brache in diesen Tagen über das Amtsgericht Siegen in den Besitz der Stadt Bad Berleburg übergeht. Von rund 17 000 Quadratmetern entstehen auf 4000 Bürgerzentrum und Feuerwehrgerätehaus. Der Rest wird teilweise als gewerbliche Nutzfläche an die örtliche Spedition Achenbach verkauft. Ein kleiner Teil der Gebäude wird Eigentum der „Youngtimer“, einem lockeren Zusammenschluss von Oldtimerfreunden aus dem Edertal.