Anlage bleiben rentabel
12.02.2010 | 14:54 Uhr 2010-02-12T14:54:00+0100Bad Berleburg. Eigentümer von Photovoltaikanlagen, die Sonnenlicht in Strom umwandeln, müssen sich auf eine Kürzung der Zuschüsse einrichten. Betroffen sind Anlagen, die ab April diesen Jahres ans Netz gehen.
Hat das auch Auswirkungen auf die Region und ganz besonders auf Bad Berleburg, wo die Gründung eines Bürgersolarvereins in Planung ist?
So sollte eigentlich das Dach der Grundschule Aue-Wingeshausen mit einer Photovoltaikanlage versehen werden. Das gleiche war für die Grundschule in Schüllar-Wemlighausen vorgesehen, wo sich das Dach nach Angaben von Jürgen Weber zwar eignet, die Neigung aber nicht optimal ist. Möglicherweise kommt als Ersatz die Salzmannschule in Betracht. Bislang wurden jedem Einspeiser 39 Cent/kWh bei 20-jähriger Laufzeit garantiert. Stoppt nun die 15-prozentige Kürzung die Geldvermehrungsträume der Berleburger?
Neue Konditionen
Der 1. Beigeordnete macht deutlich, dass es nicht möglich sein wird, auch nur eine der Anlagen vor dem 1. April ans Stromnetz zu bekommen und sich damit die alten Konditionen zu sichern. Auch Klaus Sonneborn von der Berleburger Solarfirma „Re-Energiesysteme-Sunklar” dämpft die Hoffnungen potentieller Neueinsteiger, die noch auf den Garantiepreis in alter Höhe spekulieren. Es fehlt an Wechselrichtern, die Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln, weil den Herstellern wichtige Bauteile fehlen. Wer beispielsweise im November einen solchen Transformator bestellt hatte, musste sich bis Februar in Geduld üben.
Die Kürzung der Vergütung für eingespeisten Solarstrom von 39 auf 33 Cent nennt Klaus Sonneborn „verfassungswidrig”, weil sie seiner Auffassung nach gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz verstößt, das Änderungen nur am Jahresanfang zulasse. Es kann aber noch schlimmer kommen: Eine weitere Kürzung ist für Anfang 2011 vorgesehen, und wenn die Zahl der neuen Anlagen in diesem Jahr über 3 000 liegt, könnte die Subvention weiter reduziert werden.
Ende des Booms?
Wird die Reduzierung der Zuschüsse den Solarboom beenden? Nein, meint zumindest Klaus Sonneborn. Die Energieerzeugung mittels Photovoltaik bleibt nach seiner Ansicht auch in Zukunft eine „Lizenz zum Gelddrucken”. „Eigenverbrauch” lautet das Zauberwort. Wird der produzierte Strom nämlich teilweise selbst verbraucht, gibt es vom örtlichen Energieversorger 22,76 Cent/kWh. Die restliche Energie wird weiterhin ins Netz eingespeist. Diese Pauschale soll noch um fünf Cent erhöht werden.
Voraussetzung ist aber der Einbau eines Eigenverbrauchszählers, der misst, was rein und was raus geht, so der Geschäftsführer von Re-Energiesysteme. Bislang ist diese Möglichkeit noch auf Anlagen beschränkt, die eine maximale Leistungsgrenze von 30 Kilowatt aufbringen. Aber diese Hürde soll fallen, und so kommen größere Industriebetriebe ins Spiel - und natürlich die Stadt Bad Berleburg mit ihren Schuldächern. „Wir machen das auf jeden Fall”, bestätigt Heiko Treude vom Immobilienmanagement der Stadt. Der als GbR geplante Zusammenschluss „Bürgersolar Bad Berleburg” werde definitiv auf den Weg gebracht. Die Kürzung der Zulage sei bereits mit eingerechnet worden.
Rendite
Potentielle Einsteiger, die umweltfreundliche Energie produzieren möchten, können sich auf eine Rendite zwischen vier und fünf Prozent freuen, so Heiko Treude, der auf einen Fachartikel verweist. Wird der erzeugte Strom selbst verbraucht, gibt es 22,76 Cent/kWh, hinzu kommen die ersparten Ausgaben für den Strom, den sonst ein Versorger liefern müsste. Mit steigenden Strompreisen werde der Eigenverbrauch immer attraktiver, schreibt das Fachmagazin „Bauen und Wohnen”.
Noch einen Schritt weiter geht das Fachmagazin „Photon” und Redakteur Bernd Schüßler, der ebenfalls mit sinkenden Installationskosten für Photovoltaikanlagen rechnet, die pro Kilowatt bei 2 200 bis 2 900 Euro liegen dürften. „Wird die Einspeisevergütung auf beispielsweise 30 Cent/kWh gekürzt, würde immer noch eine Rendite von fünf bis neun Prozent erzielt - ungefähr soviel wie heute.”
Günstigere Anlagen
Auch Gerd Bätzel von der Berleburger Firma Solar- und Umwelttechnik Haßler und Bätzel ist sich sicher, dass der Boom noch lange nicht vorbei ist. Hatten sich bislang die Investitionskosten von Photovoltaikanlagen schon nach 8,5 Jahren amortisiert, dürfte es nach der Kürzung wohl durchschnittlich 10 Jahre dauern, bis das Geld wieder drin ist. Bätzel verweist aber darauf, dass andererseits die Anlagen immer günstiger werden, was die Kürzung fast wieder wettmachen werde. Der Boom dürfte also anhalten - auch im nicht so sonnenverwöhnten Wittgenstein.
18:40
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
09:00
Jede Bank ist froh, wenn Sie einen Kreditfür Photovoltaikanlagen geben kann. Mehr Sicherheit für banken gibt es nicht. Es lohnt sich einfach für alle - vor allem dient es der Umwelt
08:59
Jede Bank ist froh, wenn Sie einen Kreditfür Photovoltaikanlagen geben kann. Mehr Sicherheit für banken gibt es nicht. Es lohnt sich einfach für alle - vor allem dient es der Umwelt
23:11
Das denke ich auch - Photovoltaikanlagen sind in der heutigen Zeit ein Muss! Jeder, der es sich leisten kann, sollte sich eine zulegen. Auf lange Sicht hin spart man einiges!
11:23
Zwar ist es schwer die Entwicklung des Strompreises in den nächsten Jahren vorauszusagen, allerdings denke ich ist es kein Fehlgriff wenn man behauptet dass der Strompreis auch in den nächsten Jahren stetig steigen wird...
Von dieser These ausgegangen, lohnt sich eine Photvoltaikanlage in fast allen Fällen, sofern man den Strom auch teilweise selbst nutzt.