Altehrwürdiges Haus mit frischer Note

Bad Laasphe..  Zu behaupten, das Heimatmuseum Oberes Lahntal erstrahlt in neuem Glanz, wäre glatt gelogen. Ist ja auch gar nicht sein Anspruch, es will seine Besucher schließlich in die facettenreiche Geschichte Feudingens und der Region entführen. Aufgeräumt und strukturiert kommt es nun daher, das ehemalige Schulgebäude, in dem Duft und Geist vergangener Tage in jeder Ritze und in jedem Winkel schweben. Altehrwürdig eben.

Es wartet noch viel Arbeit

Mit viel Liebe zum Detail, einem klaren Konzept und nicht zu verachtendem körperlichen Einsatz haben es die Feudingerin Anne Bade und ihre engagierte Truppe von Ehrenämtlern aufgehübscht. „Und wir sind noch lange nicht am Ende“, stellt Bade klar. Seit 25 Jahren ist sie für das Museum aktiv, in den kommenden Tagen und Monaten steht beispielsweise noch die Herrichtung des Ausstellungsraums für heimische Mineralien und urgeschichtliche Steine an.

Mit Beginn der Planungen für die anstehende Feudinger 800-Jahr-Feier sammelten sich zehn neue Mitstreiter um Anne Bade, seit Mitte des vergangenen Jahres schon opfert diese Mannschaft einen beachtlichen Teil ihrer Freizeit, um alteingesessenen Museumsgängern wie Erstbesuchern aus ganz Wittgenstein einmal im Monat einen urgemütlichen Sonntag zu bieten.

Die Kaffeestube kommt an

Der jüngste Coup: Vor rund drei Monaten funktionierten Bade und Co. das historische Wirtschaftszimmer zur Kaffeestube um. Bei einem Stück Kuchen, mit Blick auf das alte Polyphon aus dem Landhotel Dürr, diesem musikmachenden, mechanischem Ungetüm, oder auch auf die „Posthilfstelle“, die einen in altdeutscher Schrift ermahnt, Absender und Marke bloß nicht zu vergessen, wird geklönt und gemeinsam in Erinnerungen geschwelgt. „Die Rückmeldungen waren bisher wirklich sehr positiv“, versichert Bade. Am Eröffnungstag der Kaffeestube ging in Windeseile der Waffelteig aus.

Ein echter Schatz im Keller

„Uns geht es darum, Tradition zu erhalten und bereitzustellen“, erklärt sie weiter. Gerade das Erhalten sei bei der großen Aufräum-Aktion mitunter gar nicht so einfach gewesen. Kathrin Kuhly bringt es auf den Punkt: „Der eine trägt’s raus, der andere wieder rein.“ Aus Platzgründen, ergänzt Bade, habe man „neuere“ Exponate aus den 1950er und 60er Jahren kaum noch ausstellen können. Im Raum für künstlerisches Handwerk, wo Setzkästen und Typograph, Webstuhl und Wollspinne zu bestaunen sind, werden sie kaum vermisst.

Dort, wo das schwere Gerät, die Drechselmaschine und das viele altgediente Werkzeug steht, auch nicht. Ebenso wenig in der heimeligen Wohnstube, schon gar nicht im Keller. Dort lagert der wohl größte Schatz: Der prachtvolle, mit ihrem Portrait verzierte Kupfersarg der Gräfin Elisabeth zu Sayn von Wittgenstein und Hohenstein. Mit nur 17 Jahren verstarb sie. 1662 war das.

„Sammeln, retten, dokumentieren, das ist unsere Aufgabe“, sagt Anne Bade noch. Aufgabe gelöst.

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