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Ära in Weidenhausen geht wohl zu Ende

22.05.2012 | 15:41 Uhr
Ära in Weidenhausen geht wohl zu Ende

Weidenhausen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit geht am Ende des Monats Mai eine weitere Tradition zu Ende. Dann schließt der Lindenhof. Die zahlreichen Gästen haben diesen Namen seit 1973 wohl weniger in den Mund genommen und einfach gesagt: „Komm, wir gehen nach Wilkes.“

„Meine Frau Ursula und ich sind alters- und gesundheitsmäßig an unsere Grenzen geraten. Es geht nicht mehr. Trotzdem war es eine schöne Zeit“, bedauert Friedhelm Wilke und schaut zurück auf die vergangenen 40 Jahre.

Seine beiden Söhne scheiden für eine Übernahme aus. Sie arbeiten in der Industrie. Die definitive Schließung der Gaststätte ist für den 62-Jährigen aber dann doch nicht beschlossene Sache. Er sieht weiterhin großes Potenzial. In der Gaststätte und dem 1972 erbauten Saal können 120 Gäste gleichzeitig mit Speis’ und Trank bedient werden. Mitte der 90er Jahre wurde die beliebte Gastronomie um einen Gesellschaftsraum erweitert. Der Lindenhof ist bis heute Vereinsheim der unterschiedlichsten Gruppen, auch aus dem Nachbardörfern, obwohl natürlich die Errichtung von Vereins- und Clubheimen ab den 70er/80er Jahren den Wittgensteiner Gasthöfen nicht gut getan haben.

Der 62-Jährige sähe für einen Nachfolger Chancen auch in Sachen Mittags- und Nachmittagsgeschäft, schließlich führt die stark frequentierte B 480 mitten durch den Ort. Dem möglicherweise anstehenden totalen Rauchverbot durch die Rot-Grüne Landesregierung steht er gelassen gegenüber.

Wenn Gastronomen so lange hinter der Theke ihre Frau oder ihren Mann stehen, gibt es wohl die ein oder andere Anekdote zu erzählen. Hier wird Friedhelm Wilke nicht konkret. Das Gewaltigste, was aber in den vergangenen Jahrzehnten seiner Einschätzung auf die Beine gestellt wurde, war das Open-Air-Konzert der Kastelruther Spatzen mit dem örtlichen Spatzenclub um Marion Wunderlich in 1999 auf dem Berleburger Schützenplatz.

So völlig Schluss ist Ende diesen Monats für die Wilkes so auch nicht: Wie in den vergangenen 23 Jahren wird die Hauptbewirtung auf der Landwirtschaftlichen Kreistierschau durchgeführt, und vielleicht gibt es im Nachgang des Stünzelfests noch so etwas wie eine Abschiedsfeier. Für den wohl verdienten Ruhestand wünscht schon jetzt die Heimatzeitung alles Gute.

Heiner Lenze

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