Zwei neue Schwäne auf dem Obergraben

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Was wir bereits wissen
Seit gestern schwimmen wieder zwei Schwäne auf dem Obergraben in Frielentrop. Kurz nach 13 Uhr nahmen die beiden ihr neues Revier in Besitz - und das einträchtig.

Frielentrop..  Seit gestern schwimmen wieder zwei Schwäne auf dem Obergraben in Frielentrop. Kurz nach 13 Uhr nahmen die beiden ihr neues Revier in Besitz - und das einträchtig. Achim Wickel, erster Vorsitzender des Artenschutzzentrums in Feudingen bei Bad Laasphe, der einen Schwan spendete, fiel ein Stein vom Herzen, denn sicher war es nicht, dass sich die beiden von Anfang an verstehen würden: „Das hätte auch Krach geben können.“

Stressreicher Vormittag

Das aus Feudingen im Sack antransportierte Weibchen schwamm bereits auf dem Obergraben und nahm das Interesse des kurze Zeit später freigesetzten Männchens zumindest nicht ablehnend zu Kenntnis. Einträchtig verabschiedeten sie sich ans gegenüberliegende Ufer und schufen so Distanz zu Menschen, Kisten und Säcken, denen sie einen stressreichen Vormittag zu verdanken hatten.

Bleiben werden sie fürs erste, denn bevor die beiden ins Wasser entlassen wurden, wurden ihnen die Federn eines Flügels gestutzt, was die Flugfähigkeit drastisch einschränkt. „Nach der nächsten Mauser“, so Wickel, „ ist das aber alles wieder in Ordnung.“ Der verordnete Zwang zur Standorttreue macht in diesem Winter doppelten Sinn.

Die Nahrungsversorgung ist auch in dem ihnen unbekannten Revier sichergestellt. Zwar haben sich reichlich Gelegenheit zum Gründeln, aber Familie Sieler, die ihr Haus in unmittelbarer Nachbarschaft hat, will regelmäßig zufüttern. Das dafür benötigte alte Brot stiftet die Bäckerei Lennemann.

Begehungsschein entzogen

Und noch etwas ist sicher: Das Schicksal ihrer beiden Vorgänger wird ihnen wohl erspart bleiben.

Revierpächter Wilfried Kutzner hat den beiden Jägerinnen, die die ersten beiden Schwäne erlegt hatten, den Begehungsschein entzogen: „Und allen anderen habe ich klar gesagt, dass die Schwäne nicht geschossen werden.“ Dass die Jäger in diesem Fall eine Bringschuld hatten, glaubt auch Daniel Kirchhoff von der Firma Jagdholz, der selber Jäger ist und den zweiten Schwan spendete. Den dritten, der am heutigen Samstag eingesetzt werden soll, spendet die Firma Oster aus Heggen.