Zwei Kinder mehr sichern Schule

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Ottfingen/Wenden..  Die Gerüchteküche brodelte in Ottfingen: Zum Schuljahr 2015/16 gebe es keine erste Klasse mehr, die als Teilstandort des Grundschulverbundes „Wendener Land“ geführte Schule laufe aus. „Es ist kein Geheimnis, dass es in Ottfingen eng werden kann“, hatte auch Bürgermeister Peter Brüser eingeräumt (wir berichteten).

Im Pfarrheim Ottfingen trafen sich am 8. Januar besorgte Eltern und verfassten einen offenen Brief an den Bürgermeister. „Durch die lokale Presse wurden wir auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass eine Eingangsklasse zum Schuljahr 2015/2016 am Grundschulstandort Ottfingen nicht gesichert ist. Dies hat zu einiger Unruhe im Ort und insbesondere bei den Eltern der Kinder geführt, die nächstes Jahr Erstklässler in Ottfingen einschulen wollen“, heißt es in dem von Judith Fischer und Jutta Heger (Schulpflegschaft) sowie Sigrid Schmidt (Vorsitzende Elternverein Ottfingen) und Olaf Arns (Vorsitzender Förderverein Ottfingen) unterzeichneten Brief.

Nach Informationen dieser Zeitung hat es am 19. Januar eine Koordinierungskonferenz mit Elisabeth Hein-Schmidt von der Schulaufsicht des Kreises Olpe, dem Fachdienstleiter Bildung und Soziales bei der Gemeinde Wenden, Michael Grebe, und den Schulleiterinnen gegeben. Das Ergebnis dürfte für Erleichterung bei den Eltern sorgen. „Es wird in Ottfingen eine Eingangsklasse gebildet“, teilte Michael Grebe, Fachdienstleiter Bildung und Soziales auf Anfrage mit. Die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Mindestklassengröße liegt bei 15 Schülern. „Es sind in Ottfingen noch zwei Kinder dazugekommen. Vorher waren es 15, 16, jetzt haben wir 17, 18“, so Grebe. Dabei handelt es sich um ein Kind einer Familie, die nach Ottfingen gezogen ist, und ein weiteres nach Möllmicke gezogenes Kind, das nach dem Elternwillen ebenfalls die Schule in Ottfingen besuchen soll. Nach den Osterferien erhalten die Eltern entsprechende Bescheide, wo ihre Kinder eingeschult werden.

Gleiche Voraussetzungen

Im offenen Brief an den Bürgermeister prangern die Eltern-Vertreter der Ottfinger Schule eine Ungleichbehandlung an: „Ausgehend von den derzeitigen Entwicklungszahlen sind die Schulstandorte Rothemühle und Ottfingen mit nahezu gleichen Voraussetzungen ausgestattet. Es stellt sich die Frage, warum über eine eventuelle Schließung des Standortes Ottfingen gesprochen wird und der Standort Rothemühle scheinbar nicht zur Diskussion steht.“

Bis zum Schuljahr 2019/2020 seien die Schülerzahlen stabil und vergleichbar mit den Schülerzahlen des Einzugsgebietes der Grundschule Rothemühle: „Somit ist die Aufrechterhaltung des Schulstandortes Ottfingen nicht in Frage zu stellen.“

Hoffen auf junge Familien

Die Eltern-Vertreter aus Ottfingen fordern den Bürgermeister auf zu „einem deutlichen Bekenntnis zu den Standorten Ottfingen und Rothemühle für die nächsten fünf Jahre“. Dabei sei ihnen bewusst, dass man in Ottfingen in den kommenden Jahren auf vier bis fünf Schüler aus den umliegenden Orten angewiesen sei: „Diese Freiwilligkeit zu unterstützen, sollte mehr Wert sein als eine Schulschließung.“

Darüber hinaus sieht man noch weiteres Potential. Durch das Neubaugebiet würde noch die ein oder andere Familie mit Kindern nach Ottfingen ziehen. Und: „Zu guter Letzt gibt es auch noch das Thema Flüchtlinge und die aus der Presse bekannte Planung, nach Möglichkeit einen Container in Ottfingen aufzustellen. Es ist doch sicher auch davon auszugehen, dass Kinder unter den Flüchtlingen sind, die im Grundschulalter sind.“