Zusammenarbeit mit Hindernissen

Kirchhundem/Lennestadt..  Notsituationen können zusammen schweißen. Finanzielle Engpässe Kommunen zur näheren Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg motivieren. Und so war es nicht verwunderlich, dass in den letzten Monaten Politik und Verwaltungen - zumindest verbal - den Schulterschluss zwischen Lennestadt und Kirchhundem forciert haben.

Gemeinsame Diskussionen und Gespräche im Rhein-Weser-Turm, ein weiteres Treffen soll in fünf Monaten auf der Hohen Bracht stattfinden. Umso erstaunter zeigten sich einige Kirchhundemer Ratsmitglieder, als Bürgermeister Andreas Reinéry in der letzten nichtöffentlichen Sitzung am Donnerstag seinem Befremden über die jüngst vollzogene Neubesetzung der Bereichsleiterstelle II (Schulen, Kultur und Soziales) im Lennestädter Rathaus Ausdruck verlieh. Nach außen plädiere der Nachbar für eine interkommunale Zusammenarbeit, doch tatsächlich beschritten die Lennestädter offenbar Alleingänge. Da sehe man, was für Lennestadt Kooperation bedeute.
Deren Bürgermeister Stefan Hundt fiel gestern bei der Nachfrage unserer Zeitung aus allen Wolken: „Ich habe den Kollegen Reinéry angesichts einer möglichen Nachfolge von Reinhard Liek gezielt auf eine personelle Zusammenarbeit der beiden Verwaltungen im Schulbereich angesprochen. Reinéry hat abgewinkt und gesagt, das sei zum jetzigen Zeitpunkt wenig zielführend, es dauere noch einige Jahre bis zur Pensionierung des jetzigen Kirchhundemer Schulbereichsleiters. erst danach seien konkrete Gespräche sinnvoll.“

Im Übrigen habe Lennestadt - vom Rat mit einem klaren Votum abgesegnet - bereits vor vier Jahren eine Liste möglicher Kooperationen nach Kirchhundem geschickt, vor wenigen Monaten erneut an die Verwaltungsspitze und die Fraktionen. Darin enthalten auch ein Vorschlag zur Kooperation im schulischen Bereich. Hundt: „Bis heute haben wir keine Antwort erhalten. Wir warten seit Jahren.“

Dabei sei es durchaus sinnvoll, nach Synergieeffekten gemeinsam zu suchen. In Gesprächen mit dem Kirchhundemer Kollegen habe man unter anderem darauf hingewiesen, dass es personell in Lennestadt durchaus möglich sei, die verwaltungstechnische Betreuung der drei Grundschulen in der Gemeinde Kirchhundem zu übernehmen. Doch Reinéry habe zum jetzigen Zeitpunkt keinen Handlungsbedarf gesehen.- „Wir hoffen endlich auf konkrete Antworten auf unsere verschiedenen konkreten Kooperations-Vorschläge.“