Zum Parken viel zu schade

Wird das Grundstück hinter dem alten Kloster bald als Premium-Baugelände vermarktet?
Wird das Grundstück hinter dem alten Kloster bald als Premium-Baugelände vermarktet?
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Bis 2011 stand oberhalb des „Alten Klosters“ die "Alte Schule". Seitdem sie abgerissen ist, wird auf dem Gelände geparkt. Doch für diesen Zweck, so die Drolshagener Verwaltung, ist das Terrain zu wertvoll.

Drolshagen..  Rund 30 Autofahrer finden derzeit auf einem Gelände oberhalb des Alten Klosters einen Abstellplatz für ihre fahrbaren Untersätze. Doch das könnte sich bald ändern. Die Stadtverwaltung will den Parkplatz als Premium-Baugelände vermarkten.

Auf dem heute unbefestigten Freigelände zwischen Dechant-Fischer-Straße, Gräfin-Sayn-Straße und Clemensstraße stand bis 2011 die „Alte Schule“. Seitdem sie abgerissen ist, wird dort geparkt. Doch das Terrain ist nach Auffassung der Verwaltung zu wertvoll, um es als Abstellplatz für Autos zu nutzen. Deshalb ist geplant, die knapp 1500 Quadratmeter messende Fläche zum Baugrundstück umzufunktionieren.

Die Spitzenlage in der Altstadt macht das städtische Gelände zu einem wahren Filetstück. „Es zählt zu den attraktivsten freien Baugrundstücken im gesamten Stadtgebiet“, so die Verwaltung.

Der Bodenrichtwert liegt bei 105 Euro pro Quadratmeter, doch Bürgermeister Theo Hilchenbach geht davon aus, das Gelände für rund 150 Euro pro Quadratmeter veräußern zu können.

Auf Nachfrage von Florian Hahnl (SPD) im Ausschuss „Stadtentwicklung und Umwelt“ wies Hilchenbach darauf hin, dass für die dann nicht mehr verfügbaren Parkplätze auf städtischen Grundstücken weiter oberhalb ein Ausgleich geschaffen werden könnte, beispielsweise durch den Bau einer Parkpalette.

Zustimmung signalisierte Andreas Wigger (CDU): „Wir können uns nicht erlauben, dieses Gelände nur als Parkplatz zu nutzen.“ Allerdings müsse sichergestellt werden, dass in diesem „sensiblen Bereich im Altstadtkern“ auch ein entsprechendes Gebäude entstehe und nicht etwa drei bis vier Wohnhäuser dort aus dem Boden wüchsen.

Kompromissvorschlag

Ein Käufer sei derzeit noch nicht in Sicht, hob Theo Hilchenbach hervor. Allerdings seien im Rathaus mehrere Nachfragen von Interessenten eingegangen. „Wer dort letztendlich baut, das müssen Sie entscheiden“, wies er darauf hin, dass natürlich die politischen Gremien das letzte Wort haben.

So weit wollte Winfried Behme (UCW) aber noch nicht gehen. Dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, das Grundstück als Baufläche zu vermarkten, werde er jedenfalls „heute nicht zustimmen“. Denn damit werde das Pferd von hinten aufgezäumt. Bevor nicht genau bekannt sei, was dort geplant sei, könne auch kein Grundsatzbeschluss zur Vermarktung gefasst werden. „So weit bin ich noch nicht.“

Auf Vermittlung des Ausschussvorsitzenden Andreas Wintersohl (UDW) legte der Bürgermeister schließlich einen Kompromissvorschlag vor, der dann auch einstimmig angenommen wurde: Die Verwaltung soll nun „zum Zweck einer vorgesehenen Ausschreibung“ ein Konzept zur Beratung und Beschlussfassung erarbeiten.