Zukunft des Regenbogenlandes weiter unklar

Was mit dem „Regenbogenland" nach seiner Schließung passiert, steht immer noch in den Sternen.
Was mit dem „Regenbogenland" nach seiner Schließung passiert, steht immer noch in den Sternen.
Foto: WP

Olpe.. Mit „Kreativwochen im Frühling“ wirbt das Kolpingwerk im Internet für seine Familienferienstätte in Olpe. Doch Frühling wird’s nicht mehr im „Regenbogenland“: Am 31. Januar gehen in dem 183-Betten-Haus die Lichter aus (wir berichteten). Und was danach mit dem Gebäude passiert, steht immer noch in den Sternen.

„Es gibt tatsächlich nichts Neues zu vermelden“, betonte Uwe Slüter, Geschäftsführer des Kolpingwerks im Diözesanverband Münster, am Freitag im Gespräch mit dieser Zeitung - zwei Monate nach Bekanntwerden der Schließungspläne.

Dem Kolpingwerk lägen zwar Angebote von „mehreren Interessenten“ vor, aber eine spruchreife Entscheidung sei in Münster noch nicht gefallen.

Rückläufige Nachfrage

Die Familienferienstätte „Regenbogenland“ wurde Ostern 1970 eröffnet wurde und verfügt über insgesamt 78 Zimmer samt Kapelle, Krabbelstube, Ranch mit Grillhütte, Massage- und Wellnesspraxen, Kegel- und Bocciabahn, Fahrrad- und E-Bike-Verleih, Mehrzweck-Sport-Aula und Fitnessraum.

In den Jahren 1990 und 2000 wurde das Haus zwar renoviert, doch danach passierte baulich nichts mehr in und an Gebäudekomplex auf dem Olper Kreuzberg.

„Dieser Investitionsstau ist auch einer der Gründe, warum wir das Haus aus finanziellen Erwägungen schließen müssen“, so Uwe Slüter, der ebenfalls der Gesellschaft zur wirtschaftlichen Betätigung des Kolpingwerkes vorsteht.

Darüber hinaus habe das Olper Haus mit einer rückläufigen Nachfrage nach preisgünstigem Familienurlaub zu kämpfen. Im Hinblick auf die Verhandlungen mit möglichen Investoren hat das Kolpingwerk Münster bereits ein Gutachten zur Gebäudesubstanz in Auftrag gegeben. Zu den Ergebnissen dieser Untersuchung wollte Slüter keine Stellung beziehen.

Graue Wolken statt Regenbogen sind derweil über den 16 Mitarbeitern der Familienferienstätte aufgezogen. Sie verlieren ihren Arbeitsplatz. Wegen der Kündigungsfristen endet ihr Arbeitsverhältnis erst im März 2015.

Wenig Hoffnung

Erst vor wenigen Tagen haben sie beim Olper Amtsgericht ihre Kündigungsschutzklagen eingereicht.

Nun hoffen sie, dass ihr Arbeitgeber sich entgegen seiner Ankündigung doch noch bereit erklärt, Abfindungen zu zahlen. Wenig zuversichtlich beurteilen die Beschäftigten ihre Chancen auf Weiterbeschäftigung bei einem möglichen neuen Träger der Olper Ferienstätte.

Eine der Angestellten im Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir sind überzeugt, dass das Haus verkauft wird. Aber weil wir alle über 20 Jahre dort beschäftigt sind und noch alte Tarifverträge haben, dürften wir wohl zu teuer für den neuen Besitzer sein.“