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Zivi kümmert sich um die Asylanten

08.08.2007 | 15:41 Uhr

Finnentrop. (bsg) Ein Hilferuf ertönt aus dem Rathaus in Finnentrop. "Wir brauchen dringend zum 1. Oktober einen Zivildienstleistenden", so Alfons Peterschulte, Fachbereichsleiter für Soziales im Rathaus.

Zurzeit ist Julian Denkewitz noch als Zivi tätig, doch ein Nachfolger ist nicht in Sicht, und seine neun Monate Arbeitszeit sind nun zu Ende. Der Zivi-Mangel, über den fast alle sozialen Einrichtungen klagen, macht sich bei der Gemeinde besonders bemerkbar. Peterschulte: "Wir haben immer schon um die Besetzung dieser Stelle kämpfen müssen, da die wenigsten jungen Männer wissen, dass es möglich ist, bei der Gemeinde Zivildienst abzuleisten."

Die Verkleinerung der Bundeswehr ist eine Ursache. Immer weniger junge Männer werden zum Wehrdienst eingezogen, weil das Militär kaum noch Wehrdienstleistende sucht. Wenn weniger junge Männer eingezogen werden, gibt es auch weniger, die den Dienst an der Waffe verweigern und für den Zivildienst in Frage kommen. Ein weiterer Faktor sind die geburtenschwachen Jahrgänge.

Die Arbeit als Zivi an der Gemeinde unterscheidet sich von Stellen, die in der Pflege oder Altenbetreuung angesiedelt sind. "Daher habe ich mich auch für diese Stelle entschieden", so der 21-jährige Julian Denkewitz. "In der Pflege wollte ich auf keinen Fall arbeiten." Denkewitz betreut die 60 Asylanten in der Gemeinde, die in Bamenohl, Finnentrop und Fretter leben. Um seinen Aufgaben nachkommen zu können, bekommt er einen Dienstwagen gestellt. "Daher benötigen wir jemand, der den Führerschein hat", erklärt Peterschulte.

Sind Schäden an den Unterkünften entstanden, muss der Zivi dafür sorgen, dass sie behoben werden. An jedem ersten Dienstag im Monat ist die Ausgabe von geringen Bargeldbeträgen sowie Lebensmittelgutscheinen angesetzt. Post verteilen, Krankenfahrten im Notdienst oder auch mal bei Anträgen helfen - die Aufgaben sind vielfälltig und nicht immer vorhersehbar. "Für mich war diese Zeit eine Bereicherung", so Julian Denkewitz, der gelernter Industriekaufmann ist. "Ich will mich nun beruflich verändern, um zukünftig weiter im sozialen Bereich tätig zu sein."

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