Zirkusluft schnuppern im Maßstab 1:87

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Was wir bereits wissen
Ich war immer schon ein Zirkusfreund“, erzählt Ulrich Müller. „Ich komme aus Plettenberg und habe als Kind immer gesehen, wenn die Sonderzüge am Bahnhof ankamen und die Wagen entladen haben. Da fing das an.

Attendorn..  „Ich war immer schon ein Zirkusfreund“, erzählt Ulrich Müller. „Ich komme aus Plettenberg und habe als Kind immer gesehen, wenn die Sonderzüge am Bahnhof ankamen und die Wagen entladen haben. Da fing das an.“ Was genau „das“ ist, zeigt das Südsauerlandmuseum ab Sonntag, 22. Februar. Um 11 Uhr wird die Ausstellung: „Salto Mortale – Zirkuswelten in der Sammlung Ulrich Müllers“ eröffnet. Seit Jahrzehnten ist Müller ein eingeschworener Fan der Zirkuswelt. Zusammen mit seiner Frau Monika besuchte er die großen, internationalen Zirkusse und knüpfte dort Kontakte zu den Artisten, Dompteuren und Zirkusdirektoren.

Doch seine Leidenschaft für das „Fahrende Volk“, für Tierschau und Akrobatik lebte er auch in den heimischen vier Wänden aus. Hier baute er die Zirkuswelt nach. Es entstanden Landschaften, die nicht nur die Zelte sondern auch die Akrobaten, die Tiere, die Zirkuswagen, die Beleuchtung und die Plätze zeigen, an denen der Zirkus auftritt. Im Museum aufgebaut sind die Zirkusse Krone, ARENA, Rumba und Jäger.

Der „Circus Krone“ ist der größte reisende Zirkus Europas. Er hat im München als einziges Zirkusunternehmen Deutschlands eine feste Spielstätte. Im Winter werden verschiedene Circus Programme präsentiert, von April bis November geht der Zirkus auf Reisen. Das Modell im Südsauerlandmuseum zeigt den Ankunftstag. Der Sonderzug wird entladen und im Spielzelt wird noch die Sitzeinrichtung aufgebaut. Das Modell nimmt eine Fläche von 1,25m x 2,10 m ein und hat den Maßstab 1:87 Auf der Fläche befinden sich allein 180 Fahrzeuge.

Der eigene Idealzirkus

Der „Circus RUMBA“ ist ein Modell im Maßstab 1:28 / 1:32. Der Name RUMBA entstand aus den Initialen Ulrich Müller Attendorn. Auf einer Fläche von 4,1m x 3,5 m wurde, da die großen Zirkusse in der Vergangenheit meist mit dem Zug unterwegs waren, auch eine Eisenbahnverladung dargestellt. Das Modell wurde so gebaut, dass es normaler Weise in einem Anhänger präsentiert wird. Baubeginn war 1996. In diesem Modell hat Ulrich Müller einen Idealzirkus, so wie er ihn heute führen und präsentieren würde, verwirklicht.

Der kleine „Circus Jäger“ ist ein Zirkus, wie er früher über Land zog. Die Wagen wurden von Pferden gezogen. Er ist im Maßstab 1:87 erbaut.

Natürlich kennen Ulrich Müller und seine Frau den Zirkus nicht nur aus dem Modellbau: „Wir besuchen so 15 bis 20 Zirkusse im Jahr, sehen und alles an und kommen mit den Leuten ins Gespräch. So entstehen Kontakte.“ Und die nutzt er. Für seine Sammlung erhält er Uniformen oder Kostüme: „Natürlich nicht kostenlos, wir bezahlen dafür und zwar in Form von Arbeit.“ So haben Monika und Ulrich Müller für den Schweizer Zirkus Medrano einen Manegenumlauf aus Samt hergestellt: „Wir haben genäht und geschnitten, genäht und geschnitten, genäht und geschnitten.“ Ein Job für Leute mit Ausdauer. Aber wenn die Müllers etwas haben, dann ist es Ausdauer.