Zehn Jahre Warenkorb in Finnentrop

Petra Albers (2.v.l) und ein Teil ihres Teams kurz vor der Ausgabe.
Petra Albers (2.v.l) und ein Teil ihres Teams kurz vor der Ausgabe.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Petra Albers zählt zu den Initiatorinnen des Warenkorbs, der mehr denn je nachgefragt wird.

Lenhausen..  Der Warenkorb in Finnentrop wird zehn Jahre alt. Ins Leben gerufen wurde er unter anderem auf Initiative von Petra Albers. Die Rönkhauserin engagierte sich als Vorsitzender der örtlichen Caritaskonferenz und wurde mit der Not direkt vor Ort konfrontiert. Zunächst im alten Bahnhof in Finnentrop, dann seit November 2007 in der ehemaligen Grundschule Lenhausen hilft der Warenkorb vielen Menschen mit Lebensmitteln und mehr über den Monat.


Zehn Jahre Warenkorb: Ist die Nachfrage gestiegen oder ist die Not weniger geworden?
Petra Albers: Die Nachfrage ist gestiegen und wird auch noch weiter steigen. Durch den Zustrom von Asylbewerbern und Flüchtlingen haben wir seit Januar pro Ausgabe rund sechs Menschen mehr, die um Hilfe bitten. So versorgen wir zur Zeit 140 Bedarfsgemeinschaften, von der Einzelperson bis hin zu ganzen Familien. Angefangen haben wir mit gerade einmal 40.

Es gibt eigentlich drei Gruppen, die zu uns kommen. Von Anfang an waren das Hartz IV Empfänger und Alleinerziehende. Die kommen auch heute nach zehn Jahren noch. Dann gibt es die Gruppe derer, die nur kurzfristig bei uns Unterstützung suchen. Das sind oftmals Migranten, die dann irgendwann auf eigenen Füßen stehen, und seit neuestem eben die Flüchtlinge. Für sie brauchen wir aber nicht nur Lebensmitteln, sondern für die Kinder alles rund um den Schulbedarf, vom Tornister bis zum Schreibheft. Die Männer fragen nach Fahrrädern, um mobil zu sein, und die Frauen wünschen sich eine Nähmaschine, um selber Kleidung zu nähen. Wer also noch etwas für uns hat - wir würden uns freuen… .


Ehrenamtliche Helfer zu finden ist für viele Vereine und Organisationen ein Problem. Wie ist das beim Warenkorb? Gibt es genügend Helfer?
Wir sind zur Zeit ein Team von 30 Helfern mit verschiedenen Aufgaben. Und hier liegt auch das Problem. Wir brauchen den passenden Helfer für die passende Aufgabe mit der passenden Haltung und dem passenden Verständnis für die Situation. Eine Familie kommt nicht mit zwei Möhren aus. Da muss man schon wissen, was man am besten rausgeben kann, um alle zu versorgen. Außerdem werden im Besonderen flexible Fahrer gesucht, die auf Zuruf Lebensmitteln in den Geschäften abholen. Aber natürlich freuen wir uns über jede helfende Hand.


Auf der anderen Seite ist ein Warenkorb ohne Spenden nicht möglich. Ist es heute, nach zehn Jahren, leichter, bei Firmen etwas zu bekommen?
Wir haben zum Glück über die Jahre verlässliche Spender, die immer an uns denken. Dazu kommen vermehrt Spenden um die Weihnachtszeit, besonders von Schulen und Kindergärten. Aber wir müssen immer genau rechnen. Bei den Lebensmittelspenden ist es leichter geworden.

Gerade ist die vierte große Supermarktkette als neuer Spender hinzugekommen. Die anderen 30 Geschäfte, die uns versorgen, sind Bäckereien, aber auch viele kleinere Geschäfte. Da sind wir bestens bekannt und vieles läuft routiniert.


Was wünschen sie sich für die Zukunft des Warenkorbs?
Ich fände es toll, wenn hier in der Grundschule neben dem Warenkorb auch noch ein Sozialkaufhaus mit vielen engagierten Mitarbeitern entstehen würde. Platz ist vorhanden.