Yacht-Club bietet kostenlosen Führerschein

Klaus Schulte, Ausbilder und 2. Vorsitzender des Yacht-Club Lister, freut sich auf neue Mitglieder.
Klaus Schulte, Ausbilder und 2. Vorsitzender des Yacht-Club Lister, freut sich auf neue Mitglieder.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Wenn von Luv und Lee die Rede ist, vom Halsen, einer Persenning oder einem Palstek, dann befindet man sich in der Regel irgendwo auf den sieben Weltmeeren. Oder auf einer im Vergleich kleinen Pfütze wie dem Biggesee.

Kreis Olpe/Attendorn.. Wer auf besagter Pfütze oder erwähnter Hochsee einmal selbst das Steuer fachkundig führen und die Segel zur rechten Zeit setzen will, für den hält der Yacht-Club Lister ein besonders attraktives Angebot bereit: den kostenlosen Erwerb des Segel-Führerscheins - auch für Nichtmitglieder.

Das allerdings, wie der 2. Vorsitzende des Clubs, Klaus Schulte, einräumt, nicht ganz ohne eigennützigen Hintergedanken: „Natürlich freuen wir uns über jeden, den wir anschließend als neues Mitglied willkommen heißen dürfen.“

Segeln an Bigge und Lister hat eine lange Tradition: 1959 wurde der Club, damals noch an der Lister, gegründet, sieben Jahre später zog man um an den heutigen Standort an die Bigge - mit damals, so erinnert sich Schulte, „so 30 Gründungsmitglieder“. Der Club schrieb fortan eine Erfolgsgeschichte, davon zeugen nicht zuletzt etwa 600 Mitglieder, die auch von weiter her den Weg an die Bigge gefunden haben, aber auch Musterschüler wie Johannes Polgar, der es in den Farben des YCL bis zu olympischen Ehren gebracht hat.

Während es also in den Anfangsjahrzehnten des Clubs eher steil bergauf ging, spürten die heimischen Segler in den vergangenen Jahren auch so etwas wie einen demografischen Schwund. Schulte: „Vor einigen Jahren begann die Mitgliederzahl zu stagnieren, und da haben wir uns Gedanken gemacht, gegenzusteuern.“

Bei einem Tag der offenen Tür mit Schnuppersegeln wirbt der Club um Nachwuchs, auf einer sogenannten Crew-Börse können sich Greenhorns melden, wenn sie sich mal im Schlepptau erfahrener Segler den Bigge-Wind um die Nase wehen lassen wollen, und last not least, kann jeder Interessierte fast kostenlos den Segel-Führerschein machen. Schulte: „Die Ausbildung ist kostenlos, lediglich die Prüfungsgebühren fallen an.“ Zudem muss jeder eine provisorische Gastmitgliedschaft aus versicherungstechnischen Gründen eingehen - Kostenpunkt: 38 Euro.

Rund 100 Mitglieder unter 18

Ganz wichtig für den Club: Das Klischee über Bord werfen, dass die Seglerei nur ‘was für gut Betuchte wäre. Schulte: „Das war vielleicht vor 50 Jahren mal so, aber die Mitglieder-Struktur hat sich gravierend verändert.“ So liegt der Familien-Jahresbeitrag bei rund 320 €, Jugendliche solo sind schon mit 60 € dabei. Ein Landliegeplatz ist für gut 60 € zu haben, der kleine Stegplatz für 195 €, der große für rund 250 €. Einmalige Aufnahmegebühr: 530 € (Jugendliche/Junioren: 58 €).

Und wer nicht auf Anhieb eine eigene Jolle oder ein Schiff kaufen will, kann erst einmal über die Crew-Börse kostenlos bei einem Clubmitglied ins Boot steigen. Schulte: „Diese Aktion war und ist ein Volltreffer, gerade für die Neuen ist das interessant.“ Sich sofort im Club anmelden und ein eigenes Boot kaufen - das hält Schulte nicht für den idealen Weg: „Man sollte erst einmal reinschnuppern, ob das überhaupt was für einen ist.“

Schulte selbst, der auf den ersten Blick wie ein nordfriesischer Seemann wirkt, aber eine echte Sauerländer ,Landratte‘ ist, segelt schon mehr als sein halbes Leben, gehört mit seinen 62 Jahren zu denen, die andere ausbilden. Stolz ist er auf die „anerkannt hervorragende Jugendarbeit“ im Club: „Wir haben so um die 100 Mitglieder unter 18 Jahren und besitzen 25 eigene Jugendboote.“