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Warnstreik

„Wir wollen unseren Anteil“

24.09.2010 | 17:00 Uhr
„Wir wollen unseren Anteil“

Finnentrop.Mit einem zweistündigen Warnstreik unterstützten die Beschäftigten der Firma ThyssenKrupp in Finnentrop Donnerstagmittag die Forderung der IG Metall nach sechs Prozent mehr Lohn.

Nach Einschätzung von Betriebsratschef Uwe Schulte und des IG Metall-Bevollmächtigten Georg Keppeler haben sich in Finnentrop die kompletten beiden anwesenden Schichten am Streik beteiligt.

In ihren Aufrufen machten Schulte und Keppeler deutlich, dass es bei den laufenden Tarifverhandlungen längst nicht nur um sechs Prozent mehr Lohn gehe. Gefordert werden außerdem 60 Euro mehr für Auszubildende sowie ein Tarifvertrag für Leiharbeiter. Insbesondere beim Thema Leiharbeit wird Keppeler kämpferisch: „Das ist auch ein Signal an die Arbeitgeber im Kreis Olpe. Leiharbeit werden wir bekämpfen zu Wasser, zu Lande und in der Luft.“

„Bislang“, so Keppeler weiter, „haben die Arbeitgeber noch kein Angebot vorgelegt mit der Begründung, unsere Forderungen seien so kompliziert. Was ist kompliziert an der Forderung gleiches Geld für gleiche Arbeit?“

Auch der demografische Wandel wird in diesem Jahr zu einem Bestandteil der Tarifauseinandersetzung: „Es glaubt doch niemand ernsthaft, dass man mit 67 Jahren in der Stahlindustrie noch arbeiten kann. Wenn man das wirklich will, dann muss man die älteren Mitarbeiter dazu auch in die Lage versetzen. Zusätzliche Freischichten wären eine Möglichkeit.“ Aber vielleicht müsse man sich, so Keppeler, lösen von der Renten-Koppelung ans Alter: „Das wird von den Kolleginnen und Kollegen als ungerecht empfunden. Wenn jemand studiert hat und mit 30 anfängt zu arbeiten, dann hat der mit 67 Jahren 37 Jahre lang Beiträge bezahlt. Wenn jemand mit 18 anfängt, dann hat der mit 67 Jahren 49 Jahre Beiträge gezahlt. Warum sagt man nicht, dass jeder, der 45 Jahre voll hat, aufhören kann?“ Die Forderung nach sechs Prozent mehr ist nach Ansicht Keppelers nur fair: „Die Auslastung liegt bei 85 Prozent, es wird wieder richtig Geld verdient. Wir wollen unseren Anteil.“

Ein Argument der Arbeitgeberseite nahm Keppler gestern vorweg: „Sie werden sagen, es ist der falsche Zeitpunkt für Lohnerhöhungen. Aber das ist es immer. In der Krise sowieso und im Aufschwung auch, da machen wird den Aufschwung kaputt.

Gunnar Steinbach

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Kommentare
25.09.2010
00:16
„Wir wollen unseren Anteil“
von Lumpenuli | #1

Super Sache Uwe.Alles nur Wichtigtuerei.Bin mal gespannt wann de Schorschi Keppeler in die Luft geht um den Feind zu bekämpfen.

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