„Wir müssen Deutsch lernen“

Attendorn..  „Wir müssen und wollen die deutsche Sprache lernen“, brachte es ein syrischer Flüchtling beim ersten multikulturellen Treffpunkt im katholischen Pfarrheim St. Johannes Baptist auf den Punkt: „Der Bedarf und das Interesse sind da.“

Gleich am Dienstag nach Ostern öffnete das Pfarrheim am Nachmittag die Türen für Flüchtlinge, die momentan in Attendorn untergebracht sind. Die Caritaskonferenz, der Fachdienst Migration/Integration, die Vinzenz-Konferenz und der Pastoralverbund Attendorn hatten gemeinsam die Idee, eine Willkommenskultur bei diesem Treffen zu entwickeln. Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat steht das Pfarrheim ab 15.30 Uhr dieser Initiative zur Verfügung.

Sprachkurse derzeit nur in Olpe

„Für ein erstes Treffen sind wir zufrieden“, betonte Caritaskoordinatorin Mechthild Tilke, die Familien und Einzelpersonen aus vielen unterschiedlichen Ländern begrüßen konnte. Bei Kaffee und Plätzchen in gemütlicher Atmosphäre wurden dann auch gleich erste Schritte perfekt gemacht. Auf Wunsch der Flüchtlinge erklärten sich gleich einige Helfer bereit, vor den Dienstags-Treffen Deutsch-Unterricht zu geben, um den Flüchtlingen die Integration weiter zu erleichtern.

„Das ist für uns in Attendorn wichtig“, erklärte der sehr gut deutsch sprechende Syrier, denn die Sprachkurse finden derzeit nur in Olpe statt. Und der Familienvater weiß, wie wichtig es ist, die Sprache des Gastlandes zu können. Er selbst hat Deutsch am Goethe-Institut gelernt, lebt mittlerweile vier Monate in Attendorn und ist von der „ruhigen und gemütlichen Stadt“ begeistert.

Seine Tochter hat sogar den Sprung zum Rivius-Gymnasium geschafft und hat mit ihren vorwiegend englischen Sprachkenntnissen in Englisch, Kunst und Musik kaum Probleme. Auch Mathematik funktioniert so bestens. In den anderen Fächern gibt es derzeit dann keine Benotung. Zudem hat sie sich mit einen persönlichen Traum erfüllt und lernt das Instrument Geige.

Das Organisationsteam mit Mechtild Tilke, Yvonne Kolarec (Fachdienst Migration/Integration), Andrea Müller (Vorsitzender der Caritaskonferenz) und Werner Heuel (Vinzenz-Konferenz) hat durch Dominique Vollmerhaus und Marlies Bruse weitere Unterstützung erhalten.

Freunde in Spielecke

„Eine perfekte Zusammensetzung“, war Gemeindereferent Christoph Schüttler, der Pfarrer Andreas Neuser vertrat, vom Ergebnis des ersten Treffens angetan: „Sehr gut, dass es zur Selbstorganisation kommt und die gesamte Kompetenz der Leute am Tisch genutzt wird. Klasse, dass von dieser Stelle der Sprachkurs nun eigenständig organisiert wird.“

Derweil der Deutsch-Kurs zur beschlossenen Sache wurde, tauschten die Gäste und Gastgeber weiter ihre Erfahrungen aus und die Kinder schlossen Freundschaft auf der Spieldecke.