„Wir müssen den Haushaltsausgleich leben“

Bürgermeister Andreas Reinéry
Bürgermeister Andreas Reinéry
Foto: WP

Kirchhundem..  Seit Mai dieses Jahres ist Andreas Reinéry neuer Bürgermeister der Gemeinde Kirchhundem. Die Redaktion stellte dem 50-Jährigen Verwaltungschef und siebenfachen Familienvater kurz vor Weihnachten fünf zum Teil etwas andere bzw. fiktive Fragen und baten ihn um ein selbst gemachtes Foto (Selfie).

Frage: Der Weihnachtsmann ist ein „Bürgermeisterfreund“ und schenkt Ihnen für die Gemeindekasse 10 Millionen Euro, die sie in den nächsten 6 Monaten ausgeben müssen.

Andreas Reinéry: 1 Million Euro macht das Bad in Oberhundem fit, 2,5 Millionen stopfen die Löcher und pendeln Kirchhundem bei Steuern, Gebühren und Abgaben auf den untersten Level im Kreisgebiet. 1 Million ergänzen den Mensa- bzw. Aulabau im Schulzentrum Kirchhundem zu einer erstklassigen multifunktionalen Kulturstätte.

1 Million Euro als Zweck-Rückstellung für unsere Kunstrasenplätze, 0,5 Millionen zweckgebundene Verteilung an kulturtragende Vereine, 1 Million Breitbandförderung, 1 Million. Rückstellung für uns spontan einholende Notfälle, 0,48 Mio. für energiesparende Beleuchtung in Turnhalle und städtischen Gebäuden, 0,02 Millionen Verkehrssicherung in Benolpe, 1 Million Euro Anschubfinanzierung für unsere LEADER-Projekte und letztlich 0,5 Millionen Euro disponibel für einen bürgerschaftlichen Ideenwettbewerb.

Eine gute (oder böse?) Fee gewährt Ihnen als Bürgermeister den Wunsch, bis zu 3 Landes- oder Bundesgesetze, die die Kommunen betreffen, zu ändern bzw. abzuschaffen oder neu aufzulegen. Welche Gesetze oder Verordnungen fallen Ihnen dazu ein?

Ich würde folgende Gesetze neu anlegen: Gesetz zur Sicherstellung der Konnexität (Ausgabenlast folgt der Aufgabenlast); Gesetz zur Sicherstellung der kommunalen Selbstverwaltungshoheit nach Art. 28 GG; Gesetz zur Grundsicherung kommunaler Daseinsvorsorge.

Sie sind jetzt seit Mai Bürgermeister der Gemeinde Kirchhundem und haben die Waldgemeinde besser kennen gelernt. Was hat sie in Kirchhundem am meisten positiv überrascht und was war eher negativ?

Entgegen den Prognosen ist der Zugang zu den Menschen angenehm offener als erwartet, ich bin sehr angetan vom vertraulichen Zugewandsein, wenn man sich einmal kennen gelernt hat. Negative Überraschungen gibt es keine.

Was steht im neuen Jahr ganz oben auf der Prioritätenliste für die Gemeinde Kirchhundem? Gibt es neue (noch nicht bekannte Projekte) und Herausforderungen?

Wir müssen den Haushaltsausgleich nicht nur rechnerisch darstellen, sondern ihn „leben“ in den nächsten 365 Tagen, das allein ist eigentlich Herausforderung genug. Wir wollen die Mensa fertig stellen und den Versuch unternehmen, als Teil der LEADER-Region Zukunftsprojekte anzustoßen.

Ein Blick in die Zukunft! Wie sollte Ihrer Meinung nach die Gemeinde im Jahr 2025 aussehen?

Eine nachhaltig stabile Haushaltslage ist 2025 etabliert, alle Abgaben- und Hebesätze konnten auf den niedrigsten Level im Kreis zurück geführt werden, Breitband-Lösungen funktionieren flächendeckend, der extreme Bevölkerungsrückgang ist umgekehrt, die Sekundarschule wurde NRW-weit als „best-of“ zertifiziert, das Projekt Neue Mitte des Heimatvereins (Bürgerverein Kirchhundem, d. Red.) ist realisiert, der Ski-Club Oberhundem hat sich als Dauerausrichter der Inliner-WM etabliert, es hat sich ein Netzwerk zu Leben und Wohnen im Alter etabliert, Kirchhundem ist als zertifizierter Tourismusort Modell-Kommune für gemeindliches Radwegenetz…

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