Windkraft holt die Leute vom Sofa

Einwohnerversammlung in Schönholthausen. Ein Schwerpunkt war die Windenergie.Foto:bsg
Einwohnerversammlung in Schönholthausen. Ein Schwerpunkt war die Windenergie.Foto:bsg
Foto: Sander-Graetz
Was wir bereits wissen
Eine Diskussion gab es nicht, dafür viele Informationen rund um Themen, mit denen sich die Gemeinde Finnentrop zurzeit im Frettertal, in Schönholthausen und Umgebung befasst.

Schönholthausen..  Eine Diskussion gab es nicht, dafür viele Informationen rund um Themen, mit denen sich die Gemeinde Finnentrop zurzeit im Frettertal, in Schönholthausen und Umgebung befasst. Die Gemeinde Finnentrop mit Bürgermeister Dietmar Heß und Beigeordneter Aloys Weber an der Spitze hatte am Mittwochabend in die Schützenhalle zu einer Einwohnerversammlung geladen und die Halle war voll. Windkraft und Dichtheitsprüfung sind Themen, die bewegen und die Leute vom Sofa holen, selbst wenn Fußball angesagt ist.

Finnenrtrop auf Platz 15

Nachdem Kriminalhauptkommissar Michael Klein von der Kreispolizeibehörde Olpe zum Thema „Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls“ ausführlich referiert hatte, ging Heß als erstes das Thema Windenergie an. „Wir haben hier besonders ergiebige Gebiete und stehen in NRW auf der Rangliste mit der Gemeinde auf dem 15. Platz“, so Heß.

Neun Suchräume gibt es, die alle im Frettertal liegen. Drei will die Gemeinde am Ende erschließen, doch kein Raum, so der Bürgermeister, sei unproblematisch. „Bei der Suche müssen wir nicht nur Rücksicht auf die Natur nehmen, sondern auch auf die Menschen“, so Heß, Bei Abständen zur Bebauung, zu Naturschutzgebieten oder auch Friedhöfen.

Gemeinsam ertragen

„Um die Gemeinde nicht mit 200 Meter hohen Windrädern zuzupflastern, haben wir noch viel zu kämpfen. Aber wir können auch nicht Nichts machen. Wir sollten es so begrenzen, dass wir es gemeinsam ertragen können“, appellierte der Bürgermeister.

Daher sollen auch nicht nur die Eigentümer und die Energieversorger von der Windkraft profitieren, sondern letztlich alle, damit eine breite Akzeptanz entsteht. Daher gibt es Überlegungen zu sogenannten Flächenpachtmodellen, bei denen neben den Eigentümern auch sonstige Betroffenen berücksichtigt werden sollen. „Außerdem wollen wir als Gemeinde mit den Energieversorgern ein Beteiligungsmodell gründen, um eine Wertschöpfung vor Ort zu behalten. So bekommen wir auch weiterhin einen rechtlichen Zugriff auf mögliche Konzentrationsflächen in der Zukunft“, führte Bürgermeister Heß aus.

Knackpunkt Drehfunkfeuer

Eigentlich sollte in diesem Jahr schon mit dem Bau der ersten Windkraftanlagen begonnen werden, doch das Flächennutzungsplanverfahren ist noch nicht eingeleitet worden. Ein Knackpunkt scheint dabei das Drehfunkfeuer „Germinghausen“ oberhalb von Hülschotten zu sein.

Dieses wird als Signal für Flugzeuge von der Deutschen Flugsicherung betrieben. Hier darf eigentlich im Radius von 15 Kilometern keine Windkraftanlage gebaut werden. Danach könnten dann nur noch Windkraftanlagen im oberen Frettertal entstehen. „Das ist aber noch nicht geregelt“, so Bürgermeister Dietmar Heß, „daher werden wir diesen Einwand erst einmal vernachlässigen.“