Wiedersehen der Siegermannschaft

Was wir bereits wissen
Nach 40 Jahren traf sich die Mannschaft wieder, die Attendorn bei Spiel ohne Grenzen vertreten hat.

Attendorn..  Es hatte ein bisschen was von einem Klassentreffen, als sich am Samstagabend die Mitglieder der Mannschaft, ihre Ersatzmänner und Anhänger trafen, die vor 40 Jahren bei „Spiel ohne Grenzen“ für die Hansestadt an den Start gegangen waren.

Es ist das Jahr 1975. Juan Carlos wird König von Spanien, im Kino läuft der weiße Hai und in Attendorn herrscht Ausnahmezustand. Die Hansestadt hat sich für die Teilnahme an „Spiel ohne Grenzen“ beworben, die Unterhaltungsshow im Deutschen Fernsehen und die Zusage bekommen. „Jeder wollte damals mit im Team sein“, erinnerte sich Uli Selter, der am Samstag in der Funktion des stellvertretenden Bürgermeisters die Sportler von einst begrüßte.

Im Training verletzt

„So wie ich heute fast Bürgermeister bin, war ich 1975 auch fast Starter für Attendorn“. Im Training zog sich der damals 17 Jährige eine Bänderverletzung zu und der Traum vom Ruhm war geplatzt. „Nach der ersten Umfrage wollten damals über 1000 Attendorner ins Team“, so Uli Selter. Als die Voraussetzungen bekannt wurden, lichtete sich das Feld der Bewerber schnell.

Sportliche Fitness war absolute Voraussetzung. „Wir mussten laufen, schwimmen, springen und bis zu dreimal die Woche trainieren“, erinnert sich auch Eberhard Springob. Er und sein Bruder Friedel waren die legendären Zwillinge im Team. „Keiner wusste, was wirklich auf uns zukommt, daher haben wir alles trainiert.“ Das Team traf dann am 10. Mai 1975 auf das Team aus Pulheim. „Da hieß es, das sind nur Sportstudenten, da habt ihr keine Chance gegen“, erinnert sich Uli Selter. Der war damals besonders stolz auf den roten Trainingsanzug mit passenden Sportschuhen. „Da machte man bei den Mädchen schon was her. Außerdem hatten die Schuhe mit 52 Mark für damalige Verhältnisse fast ein Vermögen gekostet, aber an den Schuhen sollte es nicht scheitert.“

Die Attendorner scheiterten auch nicht. Obwohl sie zunächst in Rückstand lagen, holten sie auf und gewannen am Biggedamm vor rund 8 000 Zuschauern mit 15:9.

Über Attendorn hinaus bekannt

„Das war unser Ticket nach Riccione. Hier war auch ein Frauenteam mit dabei“, erzählt Eckhard Springob. In Italien musste man sich allerdings geschlagen geben. „Trotzdem war es ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis“, sind sich Uli Selter, Eberhard Springob und die anderen einig.

Und um alle Erinnerung nochmals aufzufrischen, hatte die Stadt als Gastgeber einen rund 50minütigen Film mit der Show und den Impressionen von damals aus altem WDR Material schneiden lassen. Sehr zur Freude der Gäste am Samstag, die zum Teil auch noch Original Zeitungen von 1975 mitgebracht hatten

„Wir waren ja nicht nur in der Lokalzeitung, sondern auch in Magazinen zu sehen“, zeigt Eberhard Springob seinen Ordner. Ja, damals, 1975, als Attendorn der Nabel der Fernsehunterhaltung war.