Werksbesichtigung gelebte Integration

Olpe..  Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund sowie Asylbewerber aus Olpe und Umgebung besichtigten jetzt mit Begeisterung das Halbzeugwerk (Werk 2) der Firma Kemper in Olpe.

Die Firma gliedert sich in drei Bereiche: Neben Metallguss (Auftragsguss) und Armaturenbau für Trinkwassertechnik werden im Bereich Halbzeugfertigung hochwertige Bänder aus Kupferlegierungen hergestellt, aus denen z.B. Elektronikbetriebe in aller Welt Stecker für Kommunikationselektronik ausstanzen.

Staunende Gesichter gab es bei den 25 Teilnehmern, die anlässlich der Einladung des Vereins „Miteinander in Olpe“ unter Leitung von Johannes Haarmann die Gelegenheit bekamen, sich die Firma anzusehen und eine imposante zweistöckige Maschine bei der hauchdünnen Verzinkung der Metallbänder zu beobachten.

Betriebsleiter Hubertus Bieker erklärte die Vorgänge und teilte mit: „Wir legen großen Wert auf Mitarbeiterzufriedenheit.“ So liege die Fluktuation bei den Beschäftigten extrem niedrig. Die Mitarbeiter würden firmenintern sorgfältig ausgebildet, sollten allerdings handwerkliche Vorkenntnisse haben. Die Firma habe rund 900 Arbeitsplätze, davon 780 Personen in Olpe.

Arbeitsplätze der Heimat

Die Veranstaltung des Vereins gehört zu der Themenreihe „Miteinander-Gespräche / Arbeitsplätze unserer Heimat“. Ziele des Vereins sind Förderung des Dialogs und der Begegnung von Menschen mit deutscher und anderer Herkunft bei internen Treffen und gemeinsamen Veranstaltungen sowie Vernetzung mit anderen migrationsspezifischen Diensten.

Betreut und begleitet wurden die Asylbewerber von Kornelia Sturm-Schmidt von der Integrationsagentur Olpe der Diakonie Sozialdienste, gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen und den Europäischen Sozialfonds.

Zusammen mit der Erwerbslosenberatung des Katholischen Sozialdienstes (KSD) wurde ein Gruppenangebot für erwerbslose Menschen aufgebaut, das auch gerne von Asylbewerbern genutzt wird.

Tägliche Deutschkurse

Die fremdsprachliche und organisatorische Unterstützung der Asylbewerber erfolgte durch Annette Wedig, die Mitglied des Vereins „ Miteinander“ ist und bei IN VIA das Projekt „Unsere Zukunft gestalten – Bildungsangebote für Asylbewerber“ leitet.

Die täglichen Deutschsprachkurse werden hier mit beruflicher Orientierung praxisnah verbunden, so dass die Besichtigung der Firma Kemper für das Projekt besonders wertvoll war.

Das Projekt, das besonders die beruflichen Perspektiven der Asylbewerber unterstützt und auf diesem Weg bestens mit dem Verein „Miteinander“, der Integrationsagentur der Diakonie und der Erwerbslosenberatung des KSD zusammenarbeitet, wird aus dem Sonderfonds des Erzbischofs von Paderborn für spezifisch armutsorientierte Dienste der Caritas unterstützt.