Welschen Ennester kaufen zu wenig „ums Eck“

Welschen Ennest..  Sie sind motiviert wie am ersten Tag, die vier Damen vom Regiomarkt „Ums Eck“ in Welschen Ennest. Aber dennoch schwingt in ihren Worten ein wenig Resignation und Ratlosigkeit mit. Denn der Drogierie- und Haushaltswarenmarkt mitten im Ort läuft nicht so richtig rund und die Bilanz im dritten Jahr nach der Neueröffnung fällt eher durchwachsen aus. Das Schlimmste ist wohl: das engagierte Mitarbeiterinnenteam weiß nicht, woran es liegt.

„Infrastruktur der Dörfer erhalten“, „Lebensqualität auf dem Land sichern“, Einkaufsmöglichkeiten vor Ort machen Orte lebendig“. So oder so ähnlich lauten die Schlagworte. Als sich die Brüder Holger und Stefan Ochsenfeld aus Welschen Ennest entschlossen, in dem leer stehenden Ladenlokal in der Hagener Straße, wo früher eine Schlecker Filiale war, einen Drogeriemarkt zu eröffnen, gab es Lob und Zuspruch von allen Seiten.

Doch eine zufriedenstellende Kundenfrequenz blieb nach den ersten Monaten aus. „Pro Monat gibt jeder Bürger mindestens 30 Euro für Drogerieartikel aus, aber nur knapp 15 Prozent davon werden bei uns umgesetzt“, so Filialleiterin Heike Titze.

Vorurteile

Warum ist das so?, fragen sich die Angestellten. An Sortiment, Preisgestaltung und Service kann es nicht liegen. Das Sortiment ist fast deckungsgleich mit den angebotenen Artikeln der hiesigen Drogerieketten. Zwar ist die Auswahl selbstverständlich nicht ganz so groß, aber völlig ausreichend. Die Angebote reichen von klassischen Drogerieartikeln über Haushaltswaren, Schreibwaren, Kosmetika, Strümpfe, Konserven, Getränke, Elektrogeräte, Backmischungen, Süßigkeiten, Glühbirnen, Batterien bis zum Paketdienst und zur Textilreinigung. „Viele glauben immer noch, dass wir zu teuer sind oder kaufen aus Bequemlichkeit woanders“, vermutet Mitarbeiterin Sabine Müller. Sie und ihrer Kolleginnen haben sich in anderen Märkten umgeschaut und festgestellt: „Wir liegen auf dem gleichen Preisniveau“. Bei einigen speziellen Artikeln könne man preislich nicht mithalten, dafür habe man bei anderen die Nase vorn.

Service und Werbung

Und was den Service angeht, sowieso. Direkt neben der Ladentür gibt es Parkplätze satt und auf Wunsch bringen die Mitarbeiterinnen ihren Kunden die Waren ans Auto und sogar bis an die Haustür.
An mangelnder Werbung könne es auch nicht liegen. Im Mai verteilte der Regiomarkt in den vier Orten Welschen Ennest, Rahrbach, Kruberg und Benolpe 1200 Angebotsflyer mit einem Gutschein-Coupon: „12 Prozent Rabatt auf alles“. Nur wenige Dutzend davon wurden bis dato eingelöst. Bei der Neueröffnung im September 2012 sagte Ortsvorsteher Alfons Tillmann, dass die Bürger selbst mit den Füßen über den Laden abstimmen werden. Noch haben es die Bürger im Olpe- und Rahrbachtal in der Hand. Heike Titze: Wenn sich in kürze nichts ändert, werden wir den Laden auf Dauer nicht halten können.“