Weiter gemeinsam für Haiti
19.02.2010 | 16:54 Uhr 2010-02-19T16:54:00+0100Kreis Olpe. Die Spendenaktion "Gemeinsam für Haiti" von Bettina Kleeschulte und Detlev Beckmann ist auf riesige Resonanz gestoßen. Bisher wurden bereits über 55.000 Euro gesepndet, Tendenz weiter steigend.
Bettina Kleeschulte und Detlev Beckmann aus Helden, deren Söhne Jessi und Bendix aus Haiti stammen, haben nach der Erdbebenkatastrophe spontan gehandelt und Spendenaktion „Gemeinsam für Haiti” ins Leben gerufen.
Mittlerweile hat das Spendenaufkommen 55.000 Euro überschritten und bald könnte die 60.000-Euro-Marke fallen. Das Ehepaar ist sehr beeindruckt, wie viele Bürger im Kreis Olpe sich in den Dienst der guten Sache gestellt und etwas bewegt haben und nach wie vor bewegen. Bettina Kleeschulte zu unserer Zeitung: „Wir danken den hilfsbereiten Spendern, unserer Familie, unseren Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen für die vielen Stunden, die sie bei klirrender Kälte mit dem Sammeln von Spenden verbracht haben.”
Hilfe kam von allen Seiten
Von allen Seiten kam Hilfe. So haben sich Vereine und Schulen aus dem Repetal, Attendorn und Lennestadt der Aktion angeschlossen und tatkräftig gesammelt. Kinder aus dem Repetal sind in Eigeninitiative mit Sammeldosen von Haus zu Haus gegangen, in zahlreichen Unternehmen wurde zu Spenden aufgerufen und der gesammelte Betrag großzügig aufgerundet.
Die Bürgermeister Wolfgang Hilleke, Stefan Hundt und Michael Grobbel engagierten sich bei den Samstagsaktionen.
Ein großer Teil der Spenden hat über Roswitha Weis und Stefan Krause von der Haiti-Kinderhilfe e.V., Freunde von Bettina Kleeschulte und Detlev Beckmann, Haiti direkt erreicht. Es wurden Lebensmittel, Medikamente, Zelte und Wasser gekauft. Viele Kinder dort sind dehydriert und leiden an akuten Durchfallerkrankungen.
Das Kinderheim, in dem Sohn Bendix sein erstes Lebensjahr verbrachte, ist völlig zerstört. Zahllose Kinder leben ungeschützt auf der Straße. Zelte bieten hier zumindest einen kleinen Schutz und das Gefühl, wieder ein Dach über dem Kopf zu haben.
Schilderungen der Not und des Elends
Stefan Krause, Vorsitzender der Haiti-Kinderhilfe, schrieb aus Port-au-Prince: „Wenn man den Leuten auf der Straße in die Augen blickt, ist dort eine Mischung aus Schmerz, Apathie und Resignation zu sehen, die ich vorher noch nie bei den wahrlich leidgeprüften Haitianern wahrgenommen habe. Ein Anblick, der mir fast mehr den Atem raubte, als der deutlich zu riechende Geruch der Verwesung.
Über die Schäden in der Stadt berichte ich hier nicht, wir kennen alle die Fernsehbilder der Zerstörung und des Todes. Dennoch so viel: Der Schutt ist im direkten Kontakt noch grauenvoller, weil – auch durch den beißenden Geruch – sofort klar wird, wie viele menschlichen Opfer noch darunter begraben sind. Der Gedanke daran lässt sich nicht verdrängen, und die im Kopf entstandenen Bilder verfolgen sicher nicht nur mich jeden Tag und jede Nacht."
Bettina Kleeschulte und Detlev Beckmann engagieren sich weiter für die Menschen in Haiti: „Unsere Aktion läuft mit Hochdruck weiter. Weitere geplante Benefizkonzerte, Schulaktionen und mehr machen Mut, dass die Katastrophe in Haiti den Menschen im
Gedächtnis bleibt und die Bereitschaft zur Hilfe den Haitianern Lichtblicke gibt."
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